Anlagestrategie mit Zertifikaten
Der Dax nach der Wahl

Haben politische Börsen immer kurze Beine, wie ein alte Regel beim Aktienhandel sagt? Oder ist ihr Einfluss länger? Fest steht: Seit der Neuwahlankündigung hat der Dax ein Hoch nach dem anderen erklommen und zwischenzeitlich die Marke von 5 000 Punkten überwunden. Dabei schlug der Deutsche Aktienindex den amerikanischen Dow Jones in der Spitze um zwölf Prozent.

DÜSSELDORF. Doch wie geht es nach der Wahl weiter? Wird der deutsche Leitindex weiter nach oben klettern? Ein Blick auf den kumulierten Chart aller Bundestagswahlen drei Monate vor und nach dem Wahltag offenbart erstaunliches.

Der kumulierte Chart aller 13 Bundestagswahlen

Erläuterungen zum Chart: Die untere Skala zeigt die Zahl der Monate, die rechte Skala die prozentualen Gewinne/Verluste. Die rote Linie ist der kumulierte Chart für zwölf Bundestagswahlen ohne das Jahr 2002, weil in diesem Jahr die Kursverluste überdurchschnittlich waren und mit einem Minus von mehr als zehn Prozent den gesamten Durchschnitt überdurchschnittlich beeinflusst haben.

Vor der Wahl gibt es laut Chart eine gut einmonatige Abwärtsbewegung. „Grund hierfür könnte eine wahlbedingte Unsicherheit sein“, meint Dimitri Speck, der auf der Webseite »www.seasonalcharts.com diese und viele andere Saisonalitäten untersucht hat. „Besonders interessant, und eindeutig ein Wahlmuster, ist der Verlauf in den Tagen unmittelbar vor und nach der Wahl.“ Der Anstieg dürfte nach seiner Meinung eine Vorfreude sein, und die Verluste nach dem Wahlausgang haben vermutlich folgenden Hintergrund: „Die Probleme sind mit der Wahl noch lange nicht gelöst, die Arbeit der Regierung beginnt, manch Einer ist vom Wahlausgang enttäuscht“, sagt Speck. Anleger sollten seiner Meinung nach weitere Entscheidungskriterien heranziehen. Was offensichtlich ein guter Hinweis ist: 2002 hätten Anleger Geld verloren, wenn sie auf den bisherigen Verlauf vor und nach den Wahlen spekuliert hätten. Auch die Tage und Wochen vor der diesjährigen Wahl liefen anders. In den letzten Tagen vor dem 18. September haben Anleger verkauft - aber am vergangenen Freitag (16.9.) gab es offenbar die Vorfreude auf die Wahl, und der Dax schloss deutlich im Plus

Der aktuelle Dax-Chart

Doch wie können Anleger bei einem Dax-Investment ihr Chance-Risiko-Profil gegenüber Indexzertifikaten verbessern? Der übliche Weg – der Emittent behält die Dividenden und senkt dafür das Risiko des Käufers - klappt beim Dax so einfach wie bei anderen Indizes nicht. Der Dax ist ein Performanceindex, die Dividenden fließen - im Gegensatz zu Kursindizes – in den Index ein. Es gibt zwar Bonuszertifikate auf dem Markt. Doch die Emittenten haben entweder den möglichen Gewinn gedeckelt – was bereits den Kurs des Zertifikats vor dem Erreichen der Obergrenze bremst. Oder die Emittenten nehmen ein Aufgeld.

Für Optimisten, die auf eine kurzfristige Hausse spekulieren, hat die Deutsche Bank ein „Outperformance-Zertifikat“ aufgelegt. Dabei profitiert der Anleger bei Anstieg des deutschen Leitindexes mit einem Faktor 1,5. Allerdings erst von der Marke 5 000 Punkte und aufwärts. Dafür kostet das Zertifikat auch etwas mehr: Bei einem Stand von rund 4 900 Punkten etwa 52,40 Euro. Dadurch würde man auch bei Kursverlusten etwas mehr als bei einem einfachen Indexzertifikat verlieren.

OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKAT DER DEUTSCHEN BANK AUF DEN DAX
WKNBasiswertHebelLaufzeitBestimmungstand

DB5519

Dax1,519.12.20075000 Punkte

„Echte“ Bonus- und Outperformance-Zertifikate auf den Dax sind so nur auf den kleinen Bruder DivDax erhältlich. Dieser Index enthält die 15 Dax-Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Einmal im Jahr wird die Zusammensetzung geändert. Jedoch beträgt der Anteil einer Aktie im DivDax maximal zehn Prozent. Wie beim Dax wird das Gewicht der Einzeltitel einmal im Quartal neu festgelegt. Dabei wird die historische Dividendenrendite herangezogen.

Bei den Outperformance-Zertifikaten wird der Bonusbetrag erreicht, wenn das Absicherungsniveau nicht berührt wurde. Am Anstieg des Indexes oberhalb des Bonusbetrages profititiert das Zertifikat 1:1 mit. Bei den Outperformance-Zertifikaten wird der Gewinn gehebelt, die Verluste sind identisch.

Ausgewählte Bonus- und Outperformance-Zertifkate:

OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKATE AUF DEN DIVDAX
WKNEmittentBasiswertHebelLaufzeit

DB0UWR

Deutsche BankDivDax1,428.03.07

CG03RX

CitigroupDivDax1,511.09.06



BONUSZERTIFIKATE AUF DEN DIVDAX
WKNEmittentBasiswertBonusniveauAbsich.-niveauLaufzeit

RCB0DW

Raiffeisen CentrobankDivDax135,7967,8930.07.08

CG03EQ

CitigroupDivDax130,0276,7302.09.09

Einen anderen Weg gehen Société Générale (SG) und Hypo-Vereinsbank (HVB). Sie haben mit den Dividend Stars und den HVB Deutschland Baskets eigene Indizes mit dividendenstarken Titeln entwickelt. Vor allem die HVB ist in dieser Hinsicht sehr aktiv und verkauft bereits seit Juni 2003 Zertfikate auf ihren Index.

Der Unterschied zwischen DivDax und Deutschland Basket: Die HVB wählt ihre zehn Basketwerte nach der erwarteten Dividendenrendite aus – im Gegensatz zur historischen beim Dax-Nebenindex. Einleuchtende Begründung der HVB: Für zukünftige Aktienkursentwicklungen spielt eher die erwartete Dividende als die historische Dividende eine Rolle.

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