Anlagestrategie
Nach dem Gold-Crash

Nach dem stärksten Einbruch seit 30 Jahren erholt sich der  Preis für das Edelmetall langsam. Der Crash hat das Angebot an attraktiven Produkten allerdings deutlich reduziert. Welche Papiere sich jetzt noch lohnen.
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DüsseldorfNoch am vergangenen Freitag lag der Goldpreis bei 1500 US-Dollar, um dann am Montag um fast 200 Dollar abzustürzen – der stärkste Verlust seit 1983. Bis zum heutigen Donnerstag hat sich der Preis für das Edelmetall wieder stabilisiert bei rund 1380 Dollar.

Die Gründe für den bisherigen Absturz sind vielfältig. In den vergangenen Jahren ist nach Meinung des Rohstoff-Experten Bart Melek von TD Securities der Goldpreis einfach zu schnell und zu stark gestiegen. Viele Anleger, die bislang auf einen weiteren Kursanstieg gewettet hätten, würden nun auf den Verfall wetten. Angesichts der seit Jahresbeginn steigenden Aktienkurse änderten zudem viele ihre Anlagestrategie und schwenkten auf Aktien um.

Das unerwartet schwache Wirtschaftswachstum in China und zuletzt eher schlechte Wirtschaftsdaten für die USA hätten zudem die Inflationsangst gedämpft - Gold gilt vielen Anlegern als sicherer Schutz vor einer Geldentwertung. Und einige Experten verweisen auf mögliche Goldverkäufe der Zentralbank Zyperns.

Auch charttechnisch sieht die Situation keineswegs rosig aus:  „Ein eventuell nachhaltiger  Durchbruch unter Unterstützung etwa ab 1400 US-Dollar sollte dann aber einen massiven Preiseinbruch nach sich ziehen“, sagte Chartexperte Gregor Bauer  in seiner Analyse Anfang April des Jahres. Damals hatte er favorisiert, dass der Goldpreis in einer Spanne zwischen 1500 und 1900 US-Dollar bleibt.

Kommentare zu " Anlagestrategie: Nach dem Gold-Crash"

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  • "Der Euro wird verschwinden, keine Frage. Aber der Dollar?"

    Bis auch amerikanische Dumpfbackenökonomen begreifen, dass die Eigentumsverhältnisse die "barbarische Fessel" sind und der Pöbel begreift, dass Eigentum nicht Willkür sondern Verantwortung bedeutet, wird allen Beteiligten nichts anderes übrig bleiben, als den Dollar kaputt zu drucken, wenn sie die Zuspitzung der Widersprüche bis zu einem Blutvergießen verhindern wollen. Naja man könnte noch nach einem nützlichen Idioten suchen, der einen Krieg auslöst. Aber auch die Hitlers werden rar und vorsichtiger....

  • @Buerge-r

    "wenn die Papiergeldblase platzt" und
    "wenn das größte Schneeballsystem aller Zeiten kollabiert"
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    Erwarten Sie das wirklich?
    Der Euro wird verschwinden, keine Frage. Aber der Dollar?
    Überlegen Sie doch mal, wer am Fortbestand des derzeitigen Geldsystems interessiert ist, und wie einfallsreich (und mächtig) diese Herren sind!

  • Gold hat für sich genommen eigentlich auch keinen inneren Wert, das stimmt schon aber einen praktischen. An letzteren wird man sich mangels Alternativen zwangsläufig erinnern, wenn die Papiergeldblase platzt. Beim Neuen Markt wollte man uns im Angesicht von Mondkursen und Cash-Burning-Rates auch schon einreden, "diesmal ist alles anders" und alte eherne Gesetze würden nicht mehr gelten", bla bla bla. Die freudige Argumentation des IWF gegenüber der Beschleunigung der Druckerpresse durch die Japanische Zentralbank erinnert ja schon an den Wahnsinn.

    Wem wird man, wenn das größte Schneeballsystem aller Zeiten kollabiert, noch trauen können? Wenn man nicht vollständig in der Barbarei einer Tauschwirtschaft landen will, wird man sich gezwungenermaßen an den lieben mehrtausendjährigen Onkel Gold erinnern und es als einen (unter vermutlich mehreren) Ankern einer Nachfolgewährung verwenden. Was meinen Sie, warum die Zentralbanken schon fleißig ihre Speicher füllen?

    Ich hoffe ja auch, dass die Menschheit (und ich) aus ihrem Alptraum erwacht und die Krise als Chance zu echtem Wachstum -also keine Wachtumssimulation durch künstliche Beatmung des überlebten Bestehenden mit heißer Luft- begreift. Bis dahin wird's aber noch etwas haarig. Und wir Überaffen sind zäh, wenn wir uns was in den Kopf gesetzt haben.

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