Anlagestrategie
Nebenwerte sind kleine Wirtschaftswunder

Anleger haben vor allem Standardwerte aus dem Dax oder den Index selbst im Depot. Doch Titel aus der zweiten Reihe bieten oft größere Chancen. Mit den passenden Produkten lassen sich attraktive Renditen erzielen.
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BonnDax-Aktien sind beliebt bei Börsianern. Täglich wechseln derzeit Aktien wie etwa Siemens oder SAP in einem Wert von rund 3,3 Milliarden Euro die Besitzer. Kein anderes Börsensegment zieht so viel Aufmerksamkeit und Umsatz an wie die im deutschen Leitindex versammelten Unternehmen. Allein die Börsenumsätze von Adidas, rund 42 Millionen Euro täglich, übersteigen den Gesamtumsatz aller SDax-Aktien.

Selbst die Aktien von Weltmarktführern, die im MDax oder SDax gelistet sind, werden oft nur sporadisch gehandelt. Der Grund dafür ist letztlich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: „Das Interesse vor allem der institutionellen Anleger und Fondsmanager konzentriert sich auf die Dax-Titel, weil sie dort aufgrund der hohen Liquidität schneller Aktien kaufen und verkaufen können“, erklärt Heiko Geiger von der Schweizer Bank Vontobel.

Wichtige Kennzahlen wie Cash Flow, Gewinnaussichten oder auch Marktpositionierung und Schuldenstand sind zwar auch für diese Aktien wichtig, spielen für Manager großer Fonds aber manchmal nur eine untergeordnete Rolle in ihrer Strategie, wenn es um Investitionen in Aktien von Unternehmen aus niederen Marktsegmenten geht: „Nebenwerte mit geringer Liquidität gelten als riskant und fallen bei Risiko-Controllern deshalb oft als erste durchs Raster“, sagt Gregoire Toublanc von der französischen Bank BNP Paribas.

Ein Nebeneffekt der Umsatzkonzentration ist die geringere Auswahl an Zertifikaten mit Nebenwerte-Aktien als Basiswert. Die vergleichsweise geringe Liquidität dieser Aktien führt zudem oft zu höheren Spreads bei den betreffenden Zertifikaten. Die Umsätze mit Zertifikaten auf Nebenwerte sind entsprechend gering.

Doch Anleger auf der Suche nach aussichtsreichen Produkten sollten gerade dieses Segment nicht abschreiben: Es gibt sie, die Schnäppchen, mit denen sich in überschaubaren Zeiträumen ansehnliche Renditen erwirtschaften lassen. „Denn insbesondere Discount- und Bonuszertifikate bieten aufgrund der oft relativ hohen Volatilität von Nebenwerten interessante Konditionen“, sagt Stefano Angioni von der DZ Bank.

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