Anlagestrategie
Risikofreies Bankern

Bankaktien sind wieder gefragt. Denn die Europäische Zentralbank wird den Finanzinstituten in Zukunft noch mehr den Rücken stärken. Für Anleger heißt das: Europäische Bankaktien haben deutliches Kurspotenzial.
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Düsseldorf.Anfang April geschah ein Wunder. Griechenland platzierte auf dem freien Kapitalmarkt eine Anleihe im Volumen von drei Milliarden Euro. Das war mehr als ein Erfolg: Griechenland hätte auch 20 Milliarden einsammeln können. Vor allem US-amerikanische Hedgefonds griffen mit vollen Händen zu. Man darf sich zu Recht fragen, wie es kommt, dass eine neue Griechenland-Anleihe siebenfach überzeichnet ist. Eine Anleihe, begeben von einem Staat, der zwar auf dem Papier seine strukturellen Probleme langsam in den Griff bekommt, der seine Schuldenlast aber niemals wird abtragen können.

Wie auch? Fast 30 Prozent Arbeitslosigkeit und eine kaum vorhandene Industrie lassen kaum Spielraum für ein Wirtschaftswunder in der Ägäis. Wie kann es sein, dass Investoren Staatsanleihen einem Staat aus der Hand reißen, der mit 175 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet ist? Die Antwort ist einfach: Die Europäische Zentralbank hält die schützende Hand über Griechenland und den Rest von Südeuropa. „Internationale Investoren haben dieses eindeutige Rettungssignal verstanden, das Mario Draghi als Chef der EZB gesendet hat.

Die Euro-Zone soll mit allen Mitteln zusammengehalten werden. Zur Not wird die EZB den Preis hierfür selbst zahlen“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Der Effekt: Der Kauf von europäischen Staatsanleihen ist de facto risikofrei. So kommt es, dass europäische Banken sich bei der EZB billig Geld leihen und ihre Depots mit griechischen, italienischen und portugiesischen Staatsanleihen auffüllen können. Solange die EZB die Rückzahlungsgarantie für all diese Anleihen übernimmt, sind Banken risikolose Geldvermehrungsmaschinen. Schon das allein wäre ein Grund, jetzt in Bank-Aktien zu investieren.

Doch in den kommenden Monaten könnten Aktien von Finanzinstituten noch attraktiver werden. Zum einen dürfte nach der Europawahl am 25. Mai das rhetorische Banken-Bashing der Politik ein Ende haben. „Sind die Wahlzettel einmal ausgefüllt, haben Banken als wahlpopulistisches Wahlkampfthema erst einmal ausgedient. Dann geht es eher darum, wie man die Banken wieder dazu motivieren kann, mehr Kredite in die Privatwirtschaft zu bringen“, so Halver. Eine kräftige Steigerung der Kreditvergabe an Unternehmen und Konsumenten ist in der Tat nötig.

Denn das viele Geld, das die EZB den Banken preiswert zur Verfügung stellt, kommt nicht in der realen Wirtschaft an. Und das aus einem nachvollziehbaren Grund: „Warum sollten Banken an private Unternehmen und Personen großzügig Kredite vergeben, wenn sie alternativ ohne Risiko und mit Rückendeckung der EZB mit dem Kauf von Staatsanleihen ordentlich Rendite machen können“, fragt Robert Halver. Erschwert wird eine großzügigere Kreditvergabe an die Wirtschaft auch dadurch, dass die Finanzinstitute seit Anfang dieses Jahres dank des europäischen Regulierungspaketes „Basel III“ mehr Eigenkapital vorhalten und strengere Auflagen bei der Kreditvergabe erfüllen müssen.

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