Anlagestrategie
Rollen mit Rabatt

Der Dax hat an Aufwärtsschwung verloren, die Unsicherheit nimmt zu, und damit steigt auch die Volatilität. Das ist ein ideales Umfeld für Rolling-Discountzertifikate. Anleger sollten aber auf die Besonderheiten der Endlos-Zertifikate achten.

DÜSSELDORF. Ist die Party vorbei? Nach dem Absturz des Dax von seinem Rekordstand von 8151 bis auf knapp 7200 Punkte haben die seit vier Jahren mit Hausse verwöhnten Börsianer das Fürchten wieder kennen gelernt.

Spätestens seit die IKB Deutsche Industriebank als erstes deutsches Finanzinstitut in den Strudel der um sich greifenden Pleiten in der US-Hypothekenbranche geraten ist und nur ein Eingreifen der Bundesregierung verhinderte, dass mehrere Großbanken gleich mit in Schwierigkeiten gerieten, sind die Ausläufer der Immobilienkrise in den USA nun auch in Deutschland angekommen. Lange Zeit hatte man die Risiken verdrängt. Nun herrscht wieder Unsicherheit – und die hat unter Börsianern einen Namen: Volatilität.

Je größer die Angst, desto höher ist die Volatilität, deshalb steigt dieser Wert in der Regel auch dann stärker, wenn die Kurse fallen. Das gilt auch aktuell: Der VDax New, der die Schwankungsintensität des Dax misst, steht so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr. Damals verlor der Dax von Mai bis Mitte Juni 2006 knapp 14 Prozent an Wert. Diesmal waren es am Tiefpunkt bei rund 7200 Punkten mehr als zwölf Prozent – ängstliche Anleger schließen Schlimmeres nicht aus.

Doch die Angst vor weiter fallenden Aktienkursen bietet Anlegern auch neue Perspektiven: Neuaufgelegte Discountzertifikate profitieren nämlich von der gestiegenen Volatilität (kurz: Vola), die zu einem großen Teil die Preise für Optionen mitbestimmt.

Hintergrund: „Bei Discount-Zertifikaten verkauft der Emittent eine Call-Option auf den jeweiligen Basiswert. Zusammen mit der prognostizierten Dividende für die Restlaufzeit wird der erzielte Options-Verkaufspreis als Rabatt an den Käufer eines Discountzertifikats weitergegeben. So entsteht der Rabatt“, erklärt Petra Becher von der UBS. Fazit: Je höher die Vola, desto teurer werden Optionen, und desto mehr Rabatt bieten neue Discount-Zertifikate.

Dieser Artikel ist der Ausgabe 15/2007 des kostenlosen Handelsblatt Zertifikate-Newsletters entnommen. Abonnieren Sie die ZertifikateNews und Sie erhalten alle 14 Tage die aktuelle Ausgabe kostenlos in Ihr Email-Postfach geliefert. Zwei Tage bevor sie zum Download angeboten wird.



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Die Kehrseite der Medaille: Discountzertifikate, die bereits im Depot schlummern, verlieren tendenziell eher an Wert bei steigender Volatilität, und bei stark fallenden Kursen sowieso. So bleibt es für Anleger eine Herausforderung, beim Kauf von Discountzertifikaten den richtigen Zeitpunkt zu erwischen – oder sich die so genannten Rolling Discounts näher anzusehen. Diese Endlos-Zertifikate funktionieren etwas anders als normale Discount-Zertifikate: Monatlich werden Call-Optionen auf den jeweiligen Basiswert verkauft. Der Verkaufserlös wird dem Zertifikat gutgeschrieben. Gleichzeitig wird auch der Cap – also die bei Discountzertifikaten übliche Gewinnbegrenzung – jeden Monat neu fixiert.

Je nach Ausrichtung (offensiv, defensiv oder neutral) liegt der Cap etwas oberhalb, unterhalb oder auf gleicher Höhe mit dem jeweils aktuellen Kurs des Basiswertes am Rolltermin. Liegt der Cap beispielsweise bei einem defensiven Dax Rolling Discount Zertifikat 5 Prozent unterhalb des Dax, dann kann der deutsche Leitindex etwas mehr 5 Prozent an Wert verlieren, ohne dass der Zertifikate-Inhaber einen Verlust hinnehmen muss.

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