Anlagestrategie
Sechs Prozent per Express

Angesichts der Niedrigzinsen können sogenannte Expressprodukte eine Alternative sein. Eine genaue Markterwartung ist dabei nicht erforderlich, nur bei einer jahrelangen Baisse können deutliche Verluste anfallen.

DüsseldorfEigentlich haben Expresszertifikate den falschen Namen: Mit den Produkten können Anleger nicht den schnellen Euro machen, sondern warten auf den – meist jährlichen – Beobachtungstag. Dann entscheidet sich, ob sie das investierte Kapital zurückbekommen und/oder einen Bonus erhalten.

Dabei muss der Basiswert nicht rasant steigen oder fallen. Im Gegenteil: Expressprodukte eignen sich – je nach genauer Ausgestaltung – für leicht fallende oder steigende Märkte. Leider sind diese Produkte nicht einfach zu verstehen.

Denn am Emissionstag eines Express-Zertifikates wird der aktuelle Stand des Basiswertes (Aktie oder Index) notiert und dient fortan als sogenannter Referenzwert. Meist ein Jahr später und dann immer im Jahresrhythmus wird an einem festgelegten Stichtag der aktuelle Schlusskurs des Basiswertes mit dem Referenzwert verglichen. Ist der aktuelle Kurs dann mindestens genauso hoch, wird das Zertifikat zum Ausgabepreis plus einer Prämie, auch Kupon genannt, zurückgezahlt.

Angesichts der niedrigen Zinsen können Expressprodukte eine Alternative sein. Voraussetzung: Anleger sollten nicht mit einer langandauernden Baisse am Aktienmarkt rechnen – eine genaue Markterwartung ist nicht erforderlich.  Investoren müssen natürlich bereit sein, eventuell mehrere Jahre lang auf die Rückzahlung zu warten.

Derzeit bieten beispielsweise die Banken Morgan Stanley (WKN: MS0E30) und Credit Suisse (WKN: CS8AKY)  entsprechende Zertifikate mit einer möglichen Kuponzahlung in Höhe von sechs Prozent jährlich an. Bei Morgan Stanley ist der Basiswert der Euro Stoxx 50, die Sicherheitsschwelle liegt bei 60 Prozent des Startniveaus, die Laufzeit beträgt fünf Jahre.

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