Anlagestrategie
Sechs Prozent Rendite mit Risikopuffer

Paradoxes Verhalten in der Niedrigzinsphase: Tagesgeldkonten sind gefragt, obwohl viele keine Zinsen mehr bieten. Der Aktienmarkt erscheint zu risikoreich. Doch Anleger können auch mit weniger Wagnis einsteigen.
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DüsseldorfDer Dax hat in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner Historie die Marke von 10.000 Punkten überschritten  – doch ist das ein guter Zeitpunkt für einen Einstieg? Viele Anleger zögern derzeit und warten auf niedrigere Kurse.

Doch um Rendite oberhalb der Inflationsrate zu erzielen, ist der Einstieg in den Aktienmarkt alternativlos. Denn mit der erneuten Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank im vergangenen Monat folgte eine Kürzungswelle bei Zinskonten. Bei fast 200 Banken gehen Sparer mit ihren Tagesgeldkonten leer aus. Trotzdem legen sie auf diesen Konten mehr Geld an – ein paradoxes Phänomen der Niedrigzinsphase. Was für ein tiefer Fall: Noch Ende 2008 gab es bei Tagesgeldkonten im Schnitt mehr als 3,5 Prozent

Experten wie Finanzwissenschaftler Olaf Stotz, Professor für Asset Management an der Frankfurt School of Finance & Management, fordern schon seit längeren, dass Anleger nun mehr ins Risiko gehen müssen. „Vermeintlich sichere Anlageformen verlieren durch die niedrigen Zinsen an Attraktivität, so dass die Anleger mehr Risiko eingehen, um noch anständige Renditen zu erzielen“, sagt er und meint: „Über sichere Anlagen geht das nicht mehr.“ Aktien- und Immobilienpreise sowie Unternehmensanleihen dürften zulegen.

Auch Christoph Lammersdorf, Vorsitzender der Geschäftsführung der Börse Stuttgart fordert – natürlich nicht ganz uneigennützig – dass Anleger handeln müssen und den Schritt an die Börse wagen sollen: „Im heutigen  Niedrigzinsumfeld ist es wichtiger denn je, sich mit der Geldanlage nicht nur zu beschäftigen, sondern auch aktiv etwas zu tun.“

Nach Meinung von Experten müssen Anleger, um ihr Geld vor der Inflation zu retten, mindestens vier Prozent Gewinn im Jahr erzielen, besser noch sechs Prozent. Das ist mit einem Zinskonto nicht möglich, eher schon am Aktienmarkt.

Kommentare zu " Anlagestrategie: Sechs Prozent Rendite mit Risikopuffer"

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  • Dann würde ich aber das Geld sofort ausgeben, wenn mir nicht klar ist was Inflation bewirkt.

  • Hui, mit welcher Gelassenheit das Handelsblatt synthetische Risikoprodukte bewirbt. Beachtlich Leute. Gegen die generelle Aussage, das Risiko zu erhögen, spricht wohl nichts. Aber ich gebe einem Vorkommentar schon recht: Vermutlich wird dieser Artikel in irgendeinem Behavioural-Finance-Programm gerade als Kontraindikator für den Markt abgelegt. Glückwunsch. Ich persönlich freue mich, dass der Finanzmarkt eben doch verlässlich ist. :-)

  • Die Anlagenberater und Anlagenvermittler sind nun verstärkt durch die neue Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) zu prüfen. Hier sollte der Gesetzgeber aber darauf achten, dass es eine reine Vorbehaltsaufgabe für Wirtschaftsprüfer bleibt und keine sonstige Prüfer zulässt!
    Hier sollten der Gesetzgeber, die WPK, das IdW und die Vertreter von wp.net e.V. zusammenarbeiten!

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