Anlagestrategie
Standardwerte übernehmen die Favoritenrolle

Mit speziellen Zertifikaten profitieren Anleger, wenn Blue Chips besser abschneiden als Mid Caps. Wie können Investoren am besten einsteigen, ohne ihr Kapital zu riskieren?

FRANKFURT. Zurzeit haben am Kapitalmarkt die Großunternehmen und Konzerne das Sagen. Seit vergangenem Jahr entwickeln sich die Aktien der so genannten Large Caps beziehungsweise Blue Chips deutlich besser als die Papiere mittelständischer Unternehmen (Mid Caps). Eindrucksvoll ablesen lässt sich das an den Dow-Jones-Euro-Stoxx-Indizes: 2007 erzielte der Euro-Stoxx-Largegegenüber dem Euro-Stoxx-Mid-Index eine Outperformance von 20 Prozentpunkten. Das war nicht immer so: In den Jahren 2000 bis 2006 entwickelten sich europäische Mid-Cap-Aktien stets besser als die Blue Chips mit hoher Marktkapitalisierung. Die Analysten von Lehman Brothers gehen aber davon aus, dass dieser Trend gebrochen ist, und sich auch künftig die "Großen" besser schlagen werden als die "Mittelgroßen".

Nach Ansicht der Experten sind Large-Cap-Aktien auf Basis der aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) eher unterbewertet. Sie sehen Large Caps in der jetzigen Konjunkturphase, die von stagnierenden Gewinnen geprägt ist, im Vorteil gegenüber mittleren Unternehmen. Großunternehmen sind global ausgerichtet und können verstärkt Erträge in jenen Märkten einfahren, die jetzt noch kräftig wachsen.

Bei den Large Caps empfehlen die Fachleute zudem eine taktische Umschichtung von Wachstumswerten (Growth) zu Substanz-Aktien (Value). Der Grund: Die Gewinnaussichten der Value-Aktien sind bereits deutlich nach unten angepasst worden, während diese Neubewertung bei den Growth-Aktien bisher verhalten ausgefallen ist. Dadurch sind Growth-Aktien nicht mehr preiswert. Darüber hinaus notieren drei Viertel aller substanzhaltigen Aktien börsengehandelter Large Caps in Europa, und viele europäische Investoren haben in den vergangenen Wochen gerade diese Werte wieder gekauft. Hier schlummert also, so die Experten, kräftiges Aufwärtspotential.

Mit Derivaten können Anleger gezielt in eine deutlich bessere Wertentwicklung der Large gegenüber den Mid Caps investieren. Das Auszahlungsprofil entsprechender Derivate ist zum Beispiel an die Outperformance der Large Caps gekoppelt. Auf diese Weise sind Gewinne sowohl bei Aufwärts- als auch bei Abwärtsbewegungen des entsprechenden Index möglich. Wichtig ist vor allem, dass die Large Caps im Wert stärker zulegen beziehungsweise weniger stark zurückfallen - sich also relativ besser entwickeln, als die Mid Caps. Die absolute Wertentwicklung spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Im aktuellen Marktumfeld lassen sich Derivate gestalten, die eine attraktive Gewinnchance plus einen Kapitalschutz am Laufzeitende bieten. Ein Beispiel: Bei vier Jahren Laufzeit und hundertprozentigem Kapitalschutz wären jährliche Renditen von circa acht Prozent möglich - immer vorausgesetzt, der Dow Jones Euro Stoxx Large Cap schlägt im Wert die Mid-Cap-Variante. Die Entwicklung der beiden Indizes wird an vier Stichtagen ermittelt und miteinander verglichen. Kapitalschutz bietet angesichts der Schwankungen auch an den europäischen Börsen für viele Investoren sicher ein wichtiges Kaufargument. Sie kostet zwar etwas Rendite, lässt den Investor aber ruhig schlafen.

Christina Mägerlein ist Managing Director, Vertrieb Retail Produkte für Deutschland und Österreich der Investmentbank Lehman Brothers.

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