Anlagestrategie Wie Anleger am Fusionspoker mitverdienen

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Übernahmekandidaten zu finden ist für Privatanleger fast unmöglich
2015 war das Rekord-Übernahmejahr
Marriott kauft Starwood
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Die Hotelkette Marriott International übernimmt den Konkurrenten Starwood Hotels & Resorts für umgerechnet gut 12 Milliarden Dollar. Gemeinsam wäre das neue Unternehmen mit über 5.500 Hotels mit 1,1 Million Zimmern der neue Branchenprimus. Es ist der größte Deal in der Hotellerie seit dem Kauf von Hilton durch den Finanzinvestor Blackstone 2007. Doch in diesem Jahr gab es noch einige dickere Geschäfte...

Air Liquide übernimmt Airgas
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Mit einer Milliarden-Übernahme will der französische Gase-Hersteller Air Liquide dem deutschen Konkurrenten Linde den globalen Spitzenplatz in der Branche streitig machen. Die Franzosen verständigten sich mit dem Management des US-Unternehmens Airgas auf einen Preis von 143 US-Dollar je Aktie. Der Deal hat inklusive der Schulden von Airgas ein Volumen von 13,4 Milliarden Dollar.

Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen
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Die größte deutsche Transaktion des Jahres fällt vergleichsweise bescheiden aus. Der Wohnungskonzern Vonovia bietet 15,6 Milliarden Dollar für Deutsche Wohnen.

Abbvie kauft Pharmacyclics
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In der US-Pharmabranche grassiert sichtbar die Konsolidierungswelle. Anfang März griff Abbvie bei Pharmacyclics zu, um die eigene Sparte Krebsforschung auszubauen. Im Mai wurde der Deal abgeschlossen: Das Geschäft ist 21 Milliarden Dollar schwer.

Quelle: Dealogic/Thomson Reuters/Handelsblatt Research Institute

Ace kauft Chubb
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Der Versicherer Ace mit Sitz in Zürich zeigte im Juli Interesse für den Wettbewerber Chubb aus den USA. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen zu einem globalen Schwergewicht in der Sachversicherung werden. Nach der Übernahme soll Ace 70 Prozent am fusionierten Konzern halten. Der Preis für den Deal beträgt rund 28 Milliarden Dollar.

Wells Fargo kauft Finanzsparte von General Electric
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Der Siemens-Konkurrent General Electric verkauft sein Spezial-Finanzportfolio an die US-Bank Wells Fargo – Vermögenswerte von rund 28 Milliarden Euro wechseln den Besitzer. Mit einem Kaufpreis von über 30 Milliarden Euro sei der Deal bislang die größte Transaktion für GE. Das Geschäft soll bis zum ersten Quartal 2016 abgeschlossen sein.

Shire bietet für Baxalta
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Shire will führender Spezialist für Medikamente gegen seltene Krankheiten werden. Deshalb will der in Irland ansässige Arzneimittelhersteller für etwa 30 Milliarden Dollar den US-Rivalen Baxalta schlucken. Das Vorhaben soll trotz Widerstands im Baxalta-Management vorangetrieben werden.

Ein Weiteres ist die polnische Alior Bank (ISIN: PLALIOR00045), die im Warschauer Leitindex WIG 20 notiert ist. Seit Januar 2015 führt die Bank Gespräche mit der Société Générale. Zunächst will sich die französische Bank mit 26 Prozent an der Alior Bank beteiligen. Langfristig plant die Société Générale jedoch mit Übernahmen ihre Präsenz im polnischen Bankensektor zu verstärken. Nach Bekanntwerden der Gerüchte am 8. Januar 2015 schossen die Aktien der Alior Bank deutlich ins Plus. Doch es blieb nicht bei einem kurzfristigen Kurssprung. Seit dem 8. Januar 2015 konnten die Papiere weitere knapp 30 Prozent zulegen.

Allerdings zeigt das Beispiel Alior Bank, dass es durchaus schwierig ist, solche Übernahmekandidaten zu finden. Den polnischen Leitindex dürften hierzulande nämlich nur die Wenigsten auf dem Schirm haben. Und von der Alior Bank haben deutsche Anleger bisher wohl kaum etwas mitbekommen. Van Leeuwen überrascht das nicht: „Um einen echten Nutzen aus den M&A-Aktivitäten zu ziehen, muss man ein Spezialist für Übernahmen sein.“ Der Experte empfiehlt Privatanlegern daher in entsprechende M&A-Fonds zu investieren. „Es gibt M&A-Fonds, die nicht ausschließlich in Übernahmekandidaten investieren, sondern bei einer sich abzeichnenden Übernahme zunächst sowohl Käufer als auch Übernahmekandidat betrachten. Nach einer Analyse investiert der Fonds in einem nächsten Schritt in das Unternehmen, das am meisten von der Fusion profitieren würde.“

Ein solcher Fonds ist der Akrobat Europa Fund (ISIN: LU0138526776), der überwiegend auf deutsche Einzelwerte setzt. Im Fokus liegen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen. Im laufenden Jahr konnte der Akrobat Europa Fund immerhin über elf Prozent zulegen.

Wer mehr Rendite will, muss in sogenannte Übernahmezertifikate investieren. Dabei muss zwischen Zertifikaten mit passiven und aktiven „Aktienbaskets“ unterschieden werden. Erstere verlangen zwar keine Managementgebühren, sie haben allerdings den Nachteil, dass ihre Zusammensetzung am Auflagetag festgelegt und nicht mehr geändert wird. Bei aktiven Übernahmezertifikaten fallen zwar Managementgebühren an, ihre Zusammensetzung wird jedoch in regelmäßigen Abständen überprüft und an die aktuelle Marktlage angepasst.

Angebote gibt es massenweise. Die Société Générale betreibt mit dem Mergers & Acquisitions TR-Index ein aktives Zertifikat (ISIN: DE000SG63FU9), dass in 50 europäische Titel mit einer Gewichtung von je zwei Prozent investiert, die entweder Übernahmen planen und zu Übernahmekandidaten werden könnten. Unter anderem findet man in diesem Zertifikat Aktien wie Astra Zeneca, Burberry, die Software AG, MTU und die Deutsche Telekom. Seit Auflage des Zertifikats im Jahre 2005 konnte das Papier knapp 120 Prozent zulegen. Im laufenden Jahr beträgt das Plus über 22 Prozent.

Überhitzung des M&A-Marktes droht bisher nicht
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