Anlagestrategie
Wie Anleger am Fusionspoker mitverdienen

  • 0

Übernahmekandidaten zu finden ist für Privatanleger fast unmöglich

Ein Weiteres ist die polnische Alior Bank (ISIN: PLALIOR00045), die im Warschauer Leitindex WIG 20 notiert ist. Seit Januar 2015 führt die Bank Gespräche mit der Société Générale. Zunächst will sich die französische Bank mit 26 Prozent an der Alior Bank beteiligen. Langfristig plant die Société Générale jedoch mit Übernahmen ihre Präsenz im polnischen Bankensektor zu verstärken. Nach Bekanntwerden der Gerüchte am 8. Januar 2015 schossen die Aktien der Alior Bank deutlich ins Plus. Doch es blieb nicht bei einem kurzfristigen Kurssprung. Seit dem 8. Januar 2015 konnten die Papiere weitere knapp 30 Prozent zulegen.

Allerdings zeigt das Beispiel Alior Bank, dass es durchaus schwierig ist, solche Übernahmekandidaten zu finden. Den polnischen Leitindex dürften hierzulande nämlich nur die Wenigsten auf dem Schirm haben. Und von der Alior Bank haben deutsche Anleger bisher wohl kaum etwas mitbekommen. Van Leeuwen überrascht das nicht: „Um einen echten Nutzen aus den M&A-Aktivitäten zu ziehen, muss man ein Spezialist für Übernahmen sein.“ Der Experte empfiehlt Privatanlegern daher in entsprechende M&A-Fonds zu investieren. „Es gibt M&A-Fonds, die nicht ausschließlich in Übernahmekandidaten investieren, sondern bei einer sich abzeichnenden Übernahme zunächst sowohl Käufer als auch Übernahmekandidat betrachten. Nach einer Analyse investiert der Fonds in einem nächsten Schritt in das Unternehmen, das am meisten von der Fusion profitieren würde.“

Ein solcher Fonds ist der Akrobat Europa Fund (ISIN: LU0138526776), der überwiegend auf deutsche Einzelwerte setzt. Im Fokus liegen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen. Im laufenden Jahr konnte der Akrobat Europa Fund immerhin über elf Prozent zulegen.

Wer mehr Rendite will, muss in sogenannte Übernahmezertifikate investieren. Dabei muss zwischen Zertifikaten mit passiven und aktiven „Aktienbaskets“ unterschieden werden. Erstere verlangen zwar keine Managementgebühren, sie haben allerdings den Nachteil, dass ihre Zusammensetzung am Auflagetag festgelegt und nicht mehr geändert wird. Bei aktiven Übernahmezertifikaten fallen zwar Managementgebühren an, ihre Zusammensetzung wird jedoch in regelmäßigen Abständen überprüft und an die aktuelle Marktlage angepasst.

Angebote gibt es massenweise. Die Société Générale betreibt mit dem Mergers & Acquisitions TR-Index ein aktives Zertifikat (ISIN: DE000SG63FU9), dass in 50 europäische Titel mit einer Gewichtung von je zwei Prozent investiert, die entweder Übernahmen planen und zu Übernahmekandidaten werden könnten. Unter anderem findet man in diesem Zertifikat Aktien wie Astra Zeneca, Burberry, die Software AG, MTU und die Deutsche Telekom. Seit Auflage des Zertifikats im Jahre 2005 konnte das Papier knapp 120 Prozent zulegen. Im laufenden Jahr beträgt das Plus über 22 Prozent.

Seite 1:

Wie Anleger am Fusionspoker mitverdienen

Seite 2:

Übernahmekandidaten zu finden ist für Privatanleger fast unmöglich

Seite 3:

Überhitzung des M&A-Marktes droht bisher nicht

Kommentare zu " Anlagestrategie: Wie Anleger am Fusionspoker mitverdienen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%