Anlagestrategie
Von nervösen Märkten profitieren

Die Aktienbörsen spielen momentan verrückt. Tagesschwankungen großer Leitindizes bis in den zweistelligen prozentualen Bereich sind die Regel geworden. Anleger suchen nach Möglichkeiten, von dieser Ausnahmesituation zu profitieren. Interessante Chancen bietet dabei ausgerechnet eine Anlageklasse, die in jüngster Vergangenheit viel Prügel einstecken musste.

DÜSSELDORF. Die Aktienmärkte kommen derzeit nicht zur Ruhe. So hatte sich der Ausverkauf an den deutschen Börsen auch zum Wochenstart zunächst fortgesetzt - der Dax fiel im frühen Montagshandel um über fünf Prozent und kam erst knapp oberhalb der 4 000er-Marke zum Stehen. Im Verlauf hievte dann die spekulationsgetriebene Kursexplosion der Volkswagen-Titel den Index wieder deutlich ins Plus. Ohne das mit Abstand größte Indexschwergewicht VW wäre der Dax allerdings auf ein neues Dreijahrestief gefallen. Und das, obwohl er sich seit Jahresanfang bereits halbiert hat.

Auslöser der jüngsten Verluste ist die zunehmende Angst vor einer globalen Rezession, verschlimmert durch Notverkäufe angeschlagener Hedgefonds. Positive Nachrichten wie fallende Zinsen am Interbankenmarkt werden derzeit genauso ignoriert wie die inzwischen relativ niedrige Bewertung vieler Aktien.

Anleger, die ein baldiges Ende der Abwärtsbewegung erwarten und nun neue Aktienpositionen aufbauen wollen, sollten Vorsicht walten lassen. Die mehrfach revidierten und im nachhinein trotzdem viel zu optimistischen Dax-Prognonsen der Banken nimmt niemand mehr ernst: Für Ende des Jahres sahen Konsensschätzung noch vor wenigen Wochen 6 100 Punkte vor, bis Mitte 2009 sogar knapp 7 000 Zähler.

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"Alles in allem dürfte der Herbst an den Aktienmärkten in der Eurozone ungemütlich bleiben", befürchten Experten der Landesbank Berlin (LBB). Eine Trendwende an den Aktienmärkten sei trotz möglicher technischer Gegenreaktionen vorläufig nicht in Sicht.

Anhaltend unruhige Zeiten signalisiert auch ein Index, der als Nervenbarometer des deutschen Aktienmarktes gilt: Der VDax New. Dieser Index zeigt die erwartete Dax-Schwankungsbreite, also die implizite Volatilität, für die nächsten 30 Tage. Er wird aus an der Terminbörse gehandelten Optionen berechnet. Parallel zum Kursrutsch der meisten Börsen ist der VDax New auf bisher kaum für möglich gehaltene Rekordniveaus empor geschnellt.

Mutige Investoren, die derzeit dennoch investieren wollen, können sich auf dem Zertifikate-Markt umsehen, der seit der Lehman-Pleite in ein regelrechtes Kreuzfeuer der Medien geraten ist. Gerade einige der klassischen und transparentesten Zertifikatetypen bieten aktuell sehr attraktive Konditionen.

Marktteilnehmer greifen hier wieder zu. "Discount-Zertifikate werden momentan wesentlich stärker nachgefragt als andere Anlageprodukte", sagt Funda Tarhan, Zertifikateexpertin der ABN Amro.

Die Funktionsweise dieser Produkte: Mit einem Discount-Zertifikat erwirbt der Anleger den gewünschten Basiswert mit einem Abschlag auf dessen aktuellen Kurs. Dieser Discount wird dadurch finanziert, dass die Gewinne auf eine bestimmte Kursgrenze - den Cap - begrenzt sind und Dividenden einbehalten werden. Zum Laufzeitende werden die Papiere dann zum Kurs des Basiswertes zurückgezahlt. Im Gegenzug zu den eingeschränkten Gewinnen erhält der Anleger somit einen Risikopuffer gegen Verluste und kann selbst bei stagnierenden Märkten attraktive Seitwärtsrenditen erzielen.

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