Anlagestrategie
Wie tief kann der Dax noch fallen?

Gesunde Korrektur innerhalb des Aufwärtstrends? Oder Trendbruch und neue Tiefs? Vermögensverwalter und Charttechniker haben dazu unterschiedliche Meinungen. Welchen Vorteil die jetzige Situation den Anlegern bietet.
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DüsseldorfAngst besiegt den Verstand. So könnte man derzeit das Verhalten vieler Anleger umschreiben. Ablesen lässt sich das derzeit am Kursverlauf dreier wichtiger Börsen-Indikatoren: Bund-Future, Dax und VDax New. Der Bund-Future, der den Kurs zehnjähriger Bundesanleihen misst, notiert derzeit auf Rekord-Niveau, bei einem Stand von etwa 150 Punkten. Dies bedeutet im Umkehrschluss niedrige Renditen für Bundesanleihen. Wer dem Staat Geld leiht, muss derzeit damit rechnen, dass er unter Berücksichtigung von Steuern und Inflation am Ende draufzahlt.

Gleichzeitig ist der Wert des Dax innerhalb eines Monats von rund 10.000 auf rund 9.000 Punkte abgesackt. Der Grund: Politische Unsicherheiten wie die Ukraine-Krise und die damit verbundenen angedrohten wirtschaftlichen Sanktionen von und gegen Russland schüchtern viele Anleger ein. Dabei hat sich die Situation für die meisten Dax-Unternehmen kaum verändert.

„Wir sind optimistisch, da die aktuellen Rückgänge nur eine gesunde Korrektur darstellen“, sagt Uwe Wiesner, Portfoliomanager bei der Hansen & Heinrich AG in Berlin. „Die weiterhin hohe Liquidität, die überzeugenden Gewinnausweise und der Mangel an Anlagealternativen werden die Aktienkurse im Jahresverlauf die alten Höchststände testen lassen“, so Wiesner.

Auch Michael Kollenda von der Salutaris Capital Management in München sieht die Chance auf eine Erholung am Aktienmarkt: „Allen politischen Tagesproblemen zum Trotz sind wir sehr optimistisch für den Dax. Nach Ende der Ferienzeit wird sich der Markt wieder auf die solide Gewinnentwicklung der Dax-Werte besinnen, und wir werden im Dax neue Höchststände erreichen“, so Kollenda.

Gerade die hohen Dividendenzahlungen seien für Anleger interessant. „Fünf Unternehmen haben eine Dividendenrendite von mehr als vier Prozent pro Jahr und acht Unternehmen zahlen mehr als drei Prozent und schlagen damit jede risikoarme Rentenanlage um Längen“, rechnet Kollenda vor.

Kommentare zu " Anlagestrategie: Wie tief kann der Dax noch fallen?"

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  • Die "Erfolgreichen " sind immer im Forum "Börse Frankfurt" vertreten.
    Bitte mal zum Entspannen reinschauen,es lohnt sich.

  • http://de.investing.com/rates-bonds/russia-government-bonds?maturity_from=10&maturity_to=290

    6 monatige russische Staatsanleihen bringen im Moment 10,29% per anno.Ja sie schwanken,aber wer sie bis zur Endfälligkeit hält,dem kann das doch egal sein.Und das der Rubel so stark abstürzt,das glaube ich nicht.Und außerdem hat unser MDAX den DAX outperformt.Warum wird das nicht publiziert?

  • Der Dax ist nicht die relevante Größe sondern die individuelle Entwicklung der einzelnen Titel.

    Der Dax wird langfristig nie fallen! Warum? Weil der Indexbetreiber die schwachen Aktien gemäß Spielregeln des Dax sowieso aus dem INdex nimmt und durch erfolgreichere ersetzt (Marktkapitalisiernug und Umsätze).
    Fazit: Es gilt die Erfolgreichen zu finden und die die sowieso nur mitlaufen oder rausfallen zu ignorieren.
    Ignorieren z.B. Dt. Bank, die sind aktuell wieder auf den Niveau von 1994. Allenfalls für Spieler interessant.

    Langfristanleger brauchen andere Kaliber!

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