Anlagetipp
Deep Bonus – eine Alternative zu Vollkasko

Muss es immer Vollkasko sein? Bonuszertifikate mit tief liegender Sicherheitsschwelle bieten derzeit ein attraktives Chance-Risiko-Profil. Einen Haken haben die sogenannten "Deep-Bonus" allerdings.
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Garantieprodukte sind mit einem Marktanteil von mehr als 60 Prozent die gefragtesten Zertifikate - obwohl die Konditionen derzeit alles andere als gut sind. Das Zinsniveau ist niedrig, weswegen die Emittenten einen hohen Anteil des Anlegergeldes in Nullkuponanleihen investieren müssen, um die vollständige Rückzahlung zu garantieren. Entsprechend wenig Geld bleibt über, um an der möglichen Wertsteigerung des Basiswertes zu partizipieren. Doch muss es immer Vollkasko sein?

Eine andere Möglichkeit, mit etwas mehr Risiko in den Aktienmarkt zu investieren, bieten so genannte Deep-Bonus-Zertifikate. Sie bieten einen sehr hohen Abstand zur Sicherheitsschwelle, also ein geringes Risiko, dass es während der Laufzeit zu Verlusten kommt. Genau definiert ist der Begriff Deep nicht, Experten rechnen aber meist mit mindestens 50 Prozent Sicherheitsabstand.

70 Prozent Sicherheitspuffer

Die konservativsten am Markt erhältlichen "Deep-Bonus" bieten derzeit einen Sicherheitsabstand von mehr als 70 Prozent und gleichzeitig Mindestrenditen zwischen drei und vier Prozent pro Jahr. Basiswert ist immer der Euro Stoxx 50. Bei diesen sicherheitsorientierten Produkten liegt die Sicherheitsschwelle bei rund 850 Punkten - auf solch einem tiefen Level stand der europäische Auswahlindex in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr. Nachteil sind die langen Laufzeiten von fünf bis sechs Jahren. Bei kürzeren Laufzeiten (beispielsweise WKN SG1U8S von der Société Générale bis Mitte 2014) entfällt aber eine Bonusrendite. Sämtliche Deep-Bonus-Zertifikate in der Tabelle haben keine Gewinnbegrenzung, Anleger profitieren von Kursanstiegen oberhalb des Bonusniveaus in vollem Umfang.

Dass derzeit die Produkte ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen, liegt an der Volatilität. Zwar notiert der VDax New, der die erwartete Schwankungsbreite des deutschen Börsenbarometers für die kommenden 30 Tage angibt, mit 20 sehr niedrig. Doch die Volatilitäten von Optionen mit tief liegenden Basispreisen, die für die Konstruktionen von Deep-Bonus-Zertifikaten gekauft werden müssen, sind derzeit sehr hoch. Derivate-Experten sprachen von einer "Vola-Schiefe".

Auch bei Deep-Bonus gilt wie bei den standardmäßigen Bonus-Produkten: Wer einen hohen Bonus einfahren will, muss Abstriche bei der Sicherheit machen. Wer dagegen weniger Risiko eingehen möchte, verzichtet auf ein paar Prozente beim Bonus.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

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