Anlagezertifikate
Auf eine Seitwärtsbewegung setzen

Nach dem deutlichen Kursanstieg seit Jahresanfang und dem Einbruch in den vergangenen Tagen gibt es einige Argumente für eine künftige Seitwärtsbewegung beim Dax. Markus Jakubowski, Derivate-Experte der Société Générale, empfiehlt Anlegern mit Korridor-Bonus-Zertifikaten auf dieses Szenario zu setzen.

DÜSSELDORF: Für eine Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten gibt es viele Indizien: So halten sich zum Beispiel beim Insider Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking für das Handelsblatt berechnet, aktuell Käufe und Verkäufe die Waage. Das signalisiert für die nächsten drei Monate eine Seitwärtsbewegung.

Schuld daran sei u.a. der enorme Kurssprung des Deutschen Aktienindexes (Dax) seit der Korrektur im März, heißt es bei der Fifam. Sorgen machte zuletzt auch die erwartete Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni. Auch eine weitere Zinsanhebung im Herbst wird nicht ausgeschlossen. "Solche Aussichten sind grundsätzlich schlecht für die Märkte", heißt es bei der Postbank. Ein adäquates Derivat für im Börsenjargon „Sägezahnmärkte“ genannte Kursentwicklungen sind Korridor-Bonus-Zertifikate.

Hierfür hat die Société Générale das einfache Prinzip der Bonus-Zertifikate erweitert: Es können nicht nur eine, sondern zwei Sicherheitsschwellen gerissen werden. "Im Gegenzug erhält der Anleger eine überdurchschnittlich hohe Rendite in Seitwärtsmärkten“, sagt Markus Jakubowski, Derivate-Experte bei der französischen Großbank. Er empfiehlt Anlegern, diese Produkte genauer unter die Lupe zu nehmen.

Mit dem Auswahl der beiden Sicherheitsschwellen bestimmen die Anleger bei den Korridor-Bonus-Zertifikaten auch ihr Chance-Risiko-Profil. Selbstverständlich ist die Renditechance geringer, je weiter die Schwellen auseinander liegen. Markus Jakubowski hat ein eher konservatives Produkt ausgewählt (WKN: SG3FZB). Dennoch winkt zum Laufzeitende eine jährliche Rendite von mehr als 21 Prozent, solange der Dax in diesem Zeitraum immer innerhalb der Schwellen von 9408 und 4368 Zählern bleibt.

Komplizierter und ein Fall für den Taschenrechner wird es allerdings, wenn eine der beiden Schwellen berührt wird. Fällt oder unterschreitet der Dax die untere Barriere von 4 368 Punkten zuerst, verwandelt sich das Produkt quasi in ein gedeckeltes Indexzertifikat. Der Cap liegt bei 122 Prozent, bezogen auf den Basiswert von 6720 Zählern (= 8198,4 Punkte). Von einem Anstieg über diese Marke profitieren Anleger nicht mehr.

Falls der Dax im Verlauf die untere Schwelle gerissen hat und zum Laufzeitende genau auf 8198,4 Zählern notiert, wird der maximale Betrag von 122 Euro zurückgezahlt (8198,4 Zähler multipliziert mit dem Bezugsverhältnis von 0,014881). Eine vorübergehende Schwäche des Index beraubt den Anleger also nicht seiner Renditechance. Dafür muss der Dax aber wieder steigen.

Auch ein Ausbruch des Kursbarometers über die obere Barriere von 9 408 Punkten bedeutet nicht das Ende der Gewinnhoffnung. In diesem Fall verwandelt sich das Bonus-Zertifikat in ein Indexprodukt, das von fallenden Kursen profitiert – maximal bis auf 5241,6 Punkte (Basiswert multipliziert mit dem Cap, in diesem Fall nicht 1,22 sondern 0,78). Falls der Dax die obere Schwelle gerissen hat, muss der Index wieder deutlich fallen, damit die Verluste wieder umgewandelt werden. Ein weiter steigender Dax lässt bei diesem Derivat auch die Verluste steigen.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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