Anlagezertifikate
Dividendenstarke Bluechips mit Kapitalgarantie

Zertifikate auf Dividenden-Indizes beweisen, dass lukrative Strategien weder teuer noch intransparent sein müssen. Goldman Sachs erweitert die Palette dieser Strategiepapiere um ein kapitalgeschütztes Produkt auf dividendenstarke europäische Standardwerte.

Seit April 2005 gibt es den Euro Stoxx Select Dividend 30 Index, der bereits als Basiswert für zahlreiche Indexzertifikate dient. Während der Euro Stoxx 50 die fünfzig Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung vereint, stellt der Euro Stoxx Select Dividend 30 die Performance der Aktientitel der Euroländer mit der höchsten Dividendenausschüttung dar. Hierzu werden mit jährlicher Anpassung diejenigen dreißig Unternehmen ausgewählt und gewichtet, deren Aktien die höchsten Dividenden auf dem jeweiligen Heimatmarkt zahlen.

Goldman Sachs bietet nun bis zum 3. Juli ein neues Garantiezertifikat auf diesen Dividendenindex zur Zeichnung an (WKN: GS0NFF). Die Mindestrückzahlung des Zertifikats beträgt am Laufzeitende 112 Prozent des Nominalwerts. Es hat eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Ausgabepreis von 100 Euro. Der Ausgabeaufschlag beträgt 2,5 Prozent und bewegt sich damit am oberen Ende der üblichen Gebührenspanne der Emittenten. Hieraus ergibt sich inklusive des Aufschlags eine erzielbare jährliche Mindestrendite von 1,79 Prozent für Käufer dieses Zertifikats.

Um die Performance zu ermitteln, die für die Auszahlungshöhe am Laufzeitende ausschlaggebend ist, werden Referenzkurse des Index an zwanzig Terminen über die gesamte Laufzeit verteilt gemessen. Der Durchschnittswert der gemessenen Werte bildet den Referenzkurs bei Fälligkeit. Der so ermittelte Kurs wird dann durch den Referenzkurs des Festlegungstags geteilt, woraus sich die Performance des Zertifikats ergibt. An dieser Performance nimmt der Anleger mit einer Partizipationsrate teil, die erst am Festlegungstag endgültig fixiert wird. Sie soll aber laut Goldman Sachs in jedem Fall zwischen 90 und 110 Prozent liegen.

Und wie werden der großzügige Kapitalschutz und die garantierte Mindestrendite ohne Cap finanziert? Vor allem, falls die Partizipationsrate zum Ende der Zeichungsfrist tatsächlich auf einhundert Prozent oder mehr festgelegt werden sollte. Die ebenso Nahe liegende, wie im ersten Moment trotzdem verblüffende Antwort: Anleger die auf dieses Dividendenpapier setzen, verzichten auf die Dividendenausschüttungen der im Basiswert-Index enthaltenen Unternehmen. Diese fließen der Emittentin zu. Die Investoren profitieren nur von den reinen Kurssteigerungen der im Index enthaltenen dividendenstarken Euro-Stoxx-Aktien.

Während nämlich Indexzertifikate, wie das der Société Générale (WKN: SG2KRF), von UBS (WKN: UB97SZ) oder Vontobel (WKN: BVT7CW) auf der Performanceindex-Variante des Select Dividend 30 (WKN: A0C4HH) basieren, bildet beim Garantiezertifikat der Select Dividend 30 Kursindex (WKN: A0C4HG) das Underlying. Einmal mehr gilt also, bei der Wahl von Zertifikaten auf den Zusatz „Performanceindex“ oder „Total-Return-Index“ zu achten, der synonym für die Berücksichtigung der Dividenden verwendet wird. Denn der über den Dividendenverzicht erkaufte Kapitalschutz kann dem Käufer dieses Garantiezertifikats teuer zu stehen kommen. Mit Hilfe einer Rückrechnung lässt sich der Renditeverlust zumindest für die Vergangenheit exakt quantifizieren: Während der Select Dividend 30 ohne Berücksichtigung von Dividendenzahlungen und -reinvestitionen seit Januar 1999 161,5 Prozent (13,73 Prozent p.a.) gewonnen hätte, liegt dieser Wert bei der Total-Return-Variante bei satten 244,5 Prozent (18,0 Prozent p.a.). Allein seit Anfang des laufenden Jahres summierte sich der Renditeunterschied bereits auf 2,7 Prozentpunkte.

Dieses Garantiezertifikat eignet sich daher für sehr defensive Anleger, die mittelfristig von wieder steigenden Kursen an den europäischen Börsen ausgehen, dabei eine deutliche Outperformance der dividendenstärksten Bluechips erwarten, sich aber auch gegen unvorhergesehene Kurseinbrüche absichern möchten.

Etwas weniger sicherheitsfixierte Investoren sollten aufgrund der hohen Kosten des Kapitalschutzes auf die Zeichnung dieses Garantieproduktes verzichten. Vor allem wenn sie langfristig orientiert sind und dabei eine grundsätzlich positive Marktmeinung haben, können Indexzertifikate auf den Select Dividend 30 Performanceindex die bessere Wahl sein. Interessenten, die sich das Papier trotzdem ins Depot legen möchten, sollten beachten, dass der Kapitalschutz nur zum Laufzeitende des Papiers gilt. Bis dahin kann der Kurs des Zertifikat durchaus Schwankungen unterliegen und auch deutlich unter dem Ausgabekurs notieren.

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur
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