Anlagezertifikate
Hohe Express-Rendite

Eine andere Form von Express-Zertifikaten kommt derzeit in Mode. Dabei fällt die Rendite mit jedem Jahr Laufzeit geringer aus – dafür ist die mögliche Kuponzahlung am ersten Stichtag umso höher.

Die US-Bank JP Morgan bringt diese Woche bereits ihr drittes „Two Asset Express Zertifikat mit den Basiswerten Daimler-Chrysler und Deutsche Telekom auf den Markt (WKN: JPM1NL). Wenn die Kurse der beiden Aktien am ersten Stichtag (17. Dezember 2007) nach der Emission über den Anfangswerten vom 20. Dezember 2006 liegen, wird das Zertifikat zu 140 Euro zurückgezahlt. Bei einem Ausgabeaufschlag von zwei Prozent entspricht das einer jährlichen Rendite von 34,60 Prozent.

Wie bei Express-Zertifikaten üblich, wird die Laufzeit um ein Jahr verlängert, falls einer mindestens einer der beiden Aktien unterhalb des Anfangwertes notiert. Beim Two Asset-Produkt wird gleichzeitig die Rückzahlung pro Jahr um acht Euro gesenkt. Damit würde der Anleger Ende 2008 132 Euro erhalten, wenn die Express-Struktur dann zum Tragen kommen sollte. Zum Ende der Laufzeit am 16. Dezember 2011 ist nur noch eine Express-Rückzahlung von 108 Euro möglich – was inklusive des Ausgabeaufschlags einer jährlichen Rendite von 1,13 Prozent entspricht.

Falls zum Laufzeitende die Bedingungen für eine Express-Zahlung nicht erfüllt wurden, greift ein Sicherheitspuffer von 50 Prozent. Der Anleger erhält 100 Euro zurück, wenn exakt am 16. Dezember 2011 keine Aktie unterhalb dieser Schwelle notiert. Andernfalls beträgt der Verlust mindestens 50 Prozent: Es wird die Aktie mit der schlechteren Performance genommen. Liegt zum Laufzeitende beispielsweise der Anteilsschein von Daimler-Chrysler 60 Prozent und die T-Aktie 40 Prozent unterhalb des Ausgangswertes, erhält der Anleger 40 Euro zurück.

Erst zum 7. November diesen Jahres hatte JP Morgan ein entsprechendes Produkt auf die gleichen Basiswerte auf den Markt gebracht – sogar mit einer Kuponzahlung von 44 Prozent zum ersten Stichtag. Die Rendite fällt aktuell aber niedriger aus, da beide Basiswerte über ihrem Einstandskurs liegen. Bei einem Briefkurs von gut 108 Euro würde die Rendite p.a. gut 30 Prozent betragen – unter der Voraussetzung, dass nach 13 Monaten zurückgezahlt wird.

Die Hypo-Vereinsbank brachte als erste Emittentin diese Express-Struktur mit einem anfänglich hohen Kupon, aber jährlich fallenden Renditen Ende 2005 auf den Markt. Das Pionier-Zertifikat bezieht sich auf das Basiswerte-Duo Nikkei 225 / Euro Stoxx 50 und bietet spekulativen Anlegern derzeit interessante Rendite-Chancen (WKN: HV1A26). Vier Wochen vor dem ersten Stichtag notiert der Briefkurs knapp über 113 Euro, der Auszahlungsbetrag liegt bei 132 Euro. Um die 19 Euro zu erwirtschaften muss der Nikkei–Index zum 21.12.2006 über 15 941,37 Zählern notieren. (aktuell 16 092). Die Schwelle von 3591,02 Punkten beim Euro Stoxx (aktuell 4 098) ist nicht in Gefahr.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%