Anlagezertifikate
Klimawandel im Depot

Der Klimawandel ist Bedrohung und Chance zugleich: Mit neuen Strategiezertifikaten können Anleger gezielt in Unternehmen investieren, die klimaschonende Produkte und Dienstleistungen anbieten.

In den vergangenen Tagen überschlugen sich in Deutschland Politiker und Verbandsvertreter geradezu mit neuen Vorschlägen zum Klimaschutz. Die Palette reicht vom Urlaub auf Sylt statt auf den Malediven, bis zu einem generellen Tempolimit auf den Autobahnen. CSU-Generalsekretär Markus Söder warf der Autoindustrie im "Spiegel" vor, sie lege nicht genug Erfindergeist an den Tag. Seine Partei wolle deshalb per Gesetz regeln, dass von 2020 an herkömmliche Verbrennungsmotoren durch umweltschonende Wasserstoff- und Hybridtechnik abgelöst werden müssen. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel will auf dem aktuellen EU-Gipfel verbindliche Zusagen zum CO2-Ausstoß und den erneuerbaren Energien durchsetzen.

Auslöser der Forderungen: Alarmierende Berichte über die Erderwärmung und den Klimawandel. So prognostizieren Uno-Forscher einen Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 59 Zentimeter sowie um 6,4 Grad höhere Temperaturen bis 2100. Selbst bei einem sofortigen Stopp der CO2-Emissionen würde sich die Atmosphäre Jahrhunderte weiter aufheizen.

Der früheren Chefökonomen der Weltbank Nicolas Stern hat in einer von der britischen Regierung in Auftrag gegebenen Studie festgestellt, dass die globale Erwärmung ein Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts aufzehren wird, wenn nicht sofort gehandelt wird. Die Klima-Entwicklung sei nicht mehr zu stoppen, sie ließe sich aber verlangsamen und damit begrenzen. Ein Gegensteuern würde aktuell rund ein Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung kosten. Sehe man allerdings weiter tatenlos zu, um den CO2-Anstieg abzubremsen, könnten die Kosten schon bald auf 20 Prozent hochschnellen.

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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel forderte daher jüngst: „Wir müssen mittelfristig ein Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts für Klimaschutz ausgeben“. Bezogen auf Deutschland wären das über 22 Milliarden Euro – ein riesiger Markt. Lösungsansätze und Technologien gibt es bereits. So könnten die Unternehmen, die sie anbieten, aufgrund der gestiegenen Sensibilität der Bevölkerung und des Drucks aus der Politik zunehmend davon profitieren.

Das erwarten beispielsweise Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt und empfehlen, den Klimawandel in die eigene Anlageentscheidung einzubauen. Als Beimischung im Depot sind insbesondere die Anteilsscheine von Unternehmen interessant, die innovative Lösungen für die Klimaproblematik anbieten, auf Ressourcenschonung achten oder neue Wege bei der Ernergiegewinnung durch Sonne und Wind beschreiten. Schließlich versprechen Lösungen zum Klimawandel ein hohes Wachstums- und Performancepotenzial, schreiben die Experten des schweizerischen Finanzdienstleisters SAM in einer aktuellen Studie.

Von dieser Idee ausgehend, bieten Lehmans Brothers und WestLB nun neue Basketzertifikate zum Thema Klimaschutz an. Beide Papiere können bis zum 23. März gezeichnet werden. Während Anleger mit dem Papier der Amerikaner in erster Linie auf Technologien setzen, mit denen dem Klimawandel gegengesteuert werden kann, investieren sie beim WestLB-Produkt zusätzlich auch in Unternehmen, die auf Schadensbegrenzung setzen oder gar von den Folgen des prognostizierten Temperaturanstiegs profitieren können.

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