Anlagezertifikate
Vermögensprofis steigen defensiv ein

Die freundliche Stimmung an den Börsen hat Vermögensverwalter zum Kaufen animiert.

„In der Zeit vom 20. bis zum 27. September waren ausschließlich Zertifikatekäufe zu beobachten“, sagt Uwe Raab von Firstfive (www.firstfive.com) . Die unabhängige Ratingagentur verfügt über eine Datenbank mit 180 realen Depots von mehr als 70 Banken und Vermögensverwaltern. Aus den Daten lässt sich nur eine Tendenz herauslesen. Die Vermögensverwalter steigen wieder in den Markt ein, kaufen aber nur Produkte mit einem hohen Sicherheitspuffer.

Top-Käufe waren zumeist strukturierte Produkte mit Aktien als Basiswert. So weist das Bonuszertifikat auf die Allianz so gut wie keine Bonusrendite auf , dafür aber einen Sicherheitspuffer von mehr als 25 Prozent. Damit hat der Entscheider praktisch eine Aktie ohne Dividendenanspruch erworben, die aber gleichzeitig vor Verlusten geschützt ist, solange das Wertpapier nicht unter die Marke von 104 Euro fällt. So tief notierte der Allianz-Titel zuletzt im September 2005.

Über einen hohen Sicherheitspuffer verfügt auch das Zertifikat mit der Commerzbank-Aktie als Basiswert. Das Discount-Plus-Produkt kombiniert die Strukturen von Discount- und Bonus-Zertifikaten. In dem konkreten Fall heißt das: Der Höchstbetrag von 25 Euro wird bereits ausgezahlt (Rendite von 7,7 Prozent jährlich), solange die Aktie nicht unter die Kursschwelle von 17 Euro fällt. Dies war im Mai 2005 zuletzt der Fall.

Ähnlich zu sehen ist der Kauf eines Bonus-Papiers mit Cap auf Puma. Dabei hat ein Vermögensverwalter Ende September eine attraktive Einstiegschance genutzt. In dieser Zeit notierte das Zertifikat bei rund 232 Euro und hatte bei einem Cap von 260 Euro eine Maximalrendite von 9,6 Prozent. Im Gegenzug gibt für die Gewinnbegrenzung bei steigenden Basiswertkursen, gibt es einen üppigen Sicherheitspuffer von über 40 Prozent beziehungsweise 160 Euro. Ein Kursniveau auf dem Puma zuletzt Anfang 2004 notierte.

Das Hedge-Fonds-Zertifikat der Dresdner Bank ist aktuell ausverkauft, die Emittentin stellt nur noch Geldkurse. Das zertifikat kam Ende März mit einem Aufschlag von rund fünf Prozent in den Handel und notiert derzeit nahe dem Ausgabepreis (ohne Aufschlag) von 100 Euro.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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