Anlegen in der Krise
Welche Chancen der Absturz bietet

Die jüngsten Kursrutsche an der Börse haben im August viele Anleger verunsichert. Doch auch in Krisenzeiten bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, sich auch mit abgestürzter Werten einen Renditevorteil zu verschaffen.

FrankfurtDer August war kein guter Monat für Anleger. Arg gebeutelt wurden insbesondere solche Investoren, die Bonuszertifikate in ihrem Depot hatten, deren Verlustbarrieren eben noch sicher schienen - und im nächsten Augenblick gerissen wurden. Hintergrund: Solange der Basiswert dieser Papiere - das kann beispielsweise eine Aktie oder ein Index sein - nicht eine bestimmte Verlustgrenze überschreitet, erhält der Anleger zum Laufzeitende einen Mindestertrag, den Bonus. Im Gegensatz zu einem Direktinvestment in eine Aktie oder ein einfaches Indexzertifikat hat der Investor damit eine Art Risikopuffer, falls die Verlustbarriere tatsächlich hält.

Andernfalls wird aus dem Bonuszertifikat de facto ein Indexzertifikat und die Chance auf eine Bonuszahlung verfällt. Seit Anfang August ist das bei mehr als 17.500 Papieren passiert, das sind etwa 18 Prozent der gelisteten Bonuszertifikate. Die betroffenen Anleger dürfen sich nun überlegen, wie sie mit diesen Zertifikaten umgehen. „Einiges kann für den unmittelbaren Verkauf eines Bonuszertifikats mit verletzter Barriere sprechen“, sagt Heiko Weyand von HSBC Trinkaus. „Es ist manchmal besser, durch einen Verkauf frei gewordenes Kapital neu anzulegen und damit eine neue Chance zu bekommen, Renditen zu erzielen, ganz gleich in welcher Anlageform“, so Weyand.

Doch die Bonus-ohne-Bonus-Zertifikate haben nicht nur Nachteile. Sie können sogar attraktive Kaufgelegenheiten für diejenigen Anleger sein, die die Papiere noch nicht im Depot haben. Denn diese Zertifikate gibt es in der Regel mit einem Preisabschlag im Vergleich zu ihrem Basiswert. Hintergrund: Bonuszertifikate bestehen aus zwei Teilen - einer Call-Option auf den Basiswert, und einer zweiten, sogenannten „Down-and-Out-Put-Option“, die dafür sorgt, dass der Bonus am Laufzeitende gezahlt werden kann. Sobald die Sicherheitsbarriere gerissen wird, verfällt die Down-and-Out-Put-Option wertlos, und das Zertifikat wird preiswerter als der Basiswert. Das wiederum kommt daher, dass die erste Option auf den Basiswert mit einem Abschlag gehandelt wird, der in etwa der Dividendenzahlung des Basiswerts entspricht.

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Vom Bonuszertifikat zum Rabattpapier

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