Anlegen mit Zertifikaten
Osteuropas Musterschüler streben ins Depot

Die Wirtschaft im Osten Europas boomt. Mit den entsprechenden Zertifikaten können Anleger davon profitieren.

DÜSSEDLORF. Europa wächst. Vor drei Jahren gehörten nur 15 Länder der Europäischen Union an. Mittlerweile sind weitere 12 Länder mit 103,4 Millionen Bürgern der EU beigetreten – zuletzt Rumänien und Bulgarien in diesem Jahr. 486 Millionen Einwohner leben jetzt innerhalb der EU-Grenzen. Die Anzahl der Mitgliedersprachen, die im Europaparlament übersetzt werden müssen, hat sich von elf auf 22 verdoppelt. Je nachdem, wie sich die EU weiterentwickelt, könnten in den kommenden zehn Jahren noch Türkisch, Serbisch, Kroatisch, Bosnisch, Mazedonisch, Albanisch und Russisch dazukommen. Das Dolmetscher-Gewerbe gehört auf jeden Fall zu den Profiteuren der EU-Erweiterung. Sie reihen sich ein in eine lange Liste von Gewinnern.

Das wirtschaftliche Zusammenwachsen auf dem europäischen Kontinent hat vor allem in den neuen und kommenden Mitgliedsstaaten eine enorme Eigendynamik entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt wächst beispielsweise in Estland und Lettland um mehr als zehn Prozent jährlich. Wachstumsraten zwischen fünf und neun Prozent sind jenseits von Oder und Neiße seit Jahren völlig normal. Die wirtschaftliche Entwicklung im Osten Europas lässt sich auch an den Börsenkursen ablesen. Die Aktienkurse fast aller osteuropäischen Leitindizes haben sich in den vergangenen Jahren vervielfacht.

Dieser Artikel ist der Ausgabe 08/2007 des kostenlosen Handelsblatt Zertifikate-Newsletters entnommen. Abonnieren Sie hier die ZertifikateNews und Sie erhalten alle 14 Tage die aktuelle Ausgabe kostenlos in Ihr Email-Postfach geliefert. Zwei Tage bevor sie zum Download angeboten wird.

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Der CECE Index beispielsweise, der die Wertentwicklung der größten tschechischen, ungarischen und polnischen Aktien zusammenfasst, hat in den vergangenen drei Jahren um 150% zugelegt, die Werte der drei baltischen Leitindizes haben sich in dieser Zeit verdreifacht. Der Kurs des rumänischen Aktienindex ROTX hat sich seit 2005 verdoppelt. Die osteuropäischen Aktienmärkte gehören damit zu den stärksten weltweit. Philipp Arnold von der Raiffeisen Centrobank ist überzeugt davon, dass die Unternehmen im Osten trotz der gestiegenen Kurse noch Perspektiven haben: „Die meisten Märkte wie Ungarn, Polen und Russland erscheinen attraktiv bewertet. Bedingt durch die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollte also auch 2007 ein gutes Aktienjahr in Ost- und Südosteuropa werden“, so Arnold.

Deutsche Anleger konnten davon lange Zeit nur eingeschränkt profitieren. Abgesehen vom österreichischen Osteuropa-Spezialisten Raiffeisen Centrobank trauten sich bis vor wenigen Jahren nur wenige Emittenten an das Thema Osteuropa heran. Mittlerweile ist die Auswahl an Zertifikaten und Emittenten deutlich gewachsen. Neben der österreichischen Erste Bank mischen nun auch die niederländische ABN Amro, die Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank, UBS, Goldman Sachs, Sal. Oppenheim und die Société Générale beim Thema Osteuropa-Zertifikate mit. Die Anzahl der Basiswerte, auf die die Emittenten ihre Papiere begeben, ist allerdings überschaubar: Die meisten Zertifikate beziehen sich auf Indizes, die von der Wiener Börse berechnet werden.

Favoriten unter den Basiswerten sind der CECE-Index, die Indizes, die im CECE zusammengefasst sind – dazu zählen der ungarische HTX, der polnische PTX und der tschechische CTX – sowie die beiden Russland-Indizes RTX und RDX. Der Russian Traded Index (RTX) fasst die Wertentwicklung von elf großen russischen Aktien zusammen. Die Berechnung erfolgt in US-Dollar. Der Russian Depositary Index (RDX) gibt auf Euro-Basis die Entwicklung der liquidesten russischen Aktien wieder, die als so genannte Global Depositary Receipts (GDR’s) an der London Stock Exchange gehandelt werden.

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Dazu kommen noch einige Zertifikate auf russische Einzelaktien und einige wenige Strategiezertifikate, wie zum Beispiel das SG Dividend Stars Eastern Europe Index-Zertifikat von der Société Générale (WKN: SG9F1Y) und das DJ STOXX EU Enlarged Selected Dividend 15 Index-Zertifikat von ABN Amro (WKN: AA0FHL). Die beiden Papiere sind erwähnenswert, denn sie setzen auf dividendenstarke osteuropäische Aktien. Das birgt erfahrungsgemäß zusätzliches Kurspotenzial.

Während sich das Zertifikat der Société Générale auf Werte der CECE-Länder beschränkt, wählt ABN Amro seine Dividendentitel aus 12 Ländern aus. In den von Dow Jones STOXX berechneten Index können Unternehmen aus Bulgarien, Zypern, Tschechien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, der Slowakei und Slowenien aufgenommen werden. Voraussetzung für die Aufnahme in den Index ist, dass das betreffende Unternehmen seit mindestens drei Jahren ein positives Dividendenwachstum aufweist und maximal 100 Prozent seiner Gewinne ausschüttet. Die durchschnittliche Dividendenrendite der vertretenen Konzerne liegt nach Angaben von ABN Amro bei derzeit etwas unter fünf Prozent.

Die Performance des Konzepts kann sich sehen lassen: in den vergangenen drei Jahren legte der Index 38,67 Prozent zu – und zwar jährlich. Einziger Haken an dem Zertifikat von ABN Amro: der hohe Spread von 3 Prozent. Die Managementkosten von 0,75 Prozent jährlich sind dagegen nur halb so hoch wie beim Drei-Länder-Dividenden-Zertifikat von der Société Générale. Dafür, dass beide Indizes nur einmal jährlich angepasst werden, sind das üppige Preise. Zum Vergleich: Aktiv gemanagte Fonds, deren Manager täglich an der Börse agieren, berechnen in der Regel auch nur 1,5 Prozent Managementgebühren jährlich.

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