Anleger erwägen Klage
Dresdner Bank im Visier der Anwälte

Der Dresdner Bank droht Ärger wegen der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Bremer Anlegerschutzanwälte werfen ihr vor, Kunden nicht rechtzeitig gewarnt zu haben. Dazu sei sie laut Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet gewesen.

FRANKFURT. „Die Dresdner Bank hat Kunden, die Zertifikate von Lehman bei ihr gekauft haben, ins Messer laufen lassen“, sagt Anwalt Jan-Henning Ahrens.

Er beruft sich dabei auf ein internes Schreiben, in dem die Dresdner „keinen Handlungsbedarf“ hinsichtlich der Lehman-Zertifikate sieht. Zwar werde in der zweiseitigen „Argumentationsunterstützung im Kundengespräch“ auf die massiven Schwierigkeiten der Bank hingewiesen, doch laut internen Ratings der Dresdner sei die Fähigkeit Lehmans zur Erfüllung aller Zahlungsverpflichtungen „sehr groß“. Datiert ist das Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, vom Freitag, den 12. September. Am darauf folgenden Montag war Lehman pleite und löste neue Schockwellen an den Finanzmärkten aus. Lehman ist das bislang prominenteste Opfer der Finanzkrise.

Die Pleite des Traditionshauses trifft unzählige Anleger: „Zertifikate-Inhaber gehen in so einem Fall oft leer aus“, so Rechtsanwalt Ahrens, „und einige unserer Mandaten haben jetzt einen Schaden von 160 000 Euro und mehr dadurch erlitten.“

Die Dresdner Bank wies die Vorwürfe als „völlig haltlos“ zurück. Die Bank habe definitiv kein Interesse daran, dass ihre Kunden Geld verlören. Man prüfe rechtliche Schritte gegen die Anwälte, so ein Sprecher der Bank.

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