Anleger können auf Profi-Strategien setzen
Banken bieten Zertifikat für Kursschwankungen

„Volatility smiles“, heißt es unter Derivate-Profis – schwanken die Kurse, dann sind die Händler fröhlich. Denn viele Strategien im professionellen Derivate-Handel setzen nicht auf Kursbewegungen in eine bestimmte Richtung, sondern darauf, dass sich die Kurse überhaupt bewegen.

DÜSSELDORF. Eine der bekanntesten Strategien ist der „Straddle“: der Kauf einer Kauf- und einer Verkaufsoption mit gleichen Eigenschaften (Fälligkeit, Basispreis). Dem Besitzer der beiden Optionen kann es egal sein, in welche Richtung sich danach die Kurse bewegen – Hauptsache, sie schwanken. Denn steigt der Kurs des Basiswerts, auf den sich die Optionen beziehen, dann gewinnt die Kaufoption (Call) an Wert, der Wert der Verkaufsoption (Put) sinkt. Wegen des Hebeleffekts von Optionen gewinnt aber der Call schneller an Wert, als der Put verliert. Steigt der Basiswert kräftig genug, dann macht der Anleger Gewinn. Das gilt umgekehrt auch bei fallenden Kursen. Nur wenn der Kurs des Basiswerts stagniert, rutschen beide Optionen ins Minus.

Mehrere Emittenten strukturierter Derivate bieten diese Strategie inzwischen gebündelt in einem Papier an. Die Reinform für spekulative Anleger bietet die Citibank. Ihre beiden Straddle-Optionsscheine auf den Dax sind für Anleger gedacht, die schnell ein- und wieder aussteigen. „Unser Optionsschein hat das gleiche Auszahlungsprofil wie die Straddle-Strategie aus dem Lehrbuch“, sagt Roland Lang, Derivate-Experte bei der Citigroup. Der Vorteil des Scheins gegenüber dem Kauf von zwei Papieren sei vor allem die Sicherheit, dass die gesamte Strategie jederzeit handelbar sei. Baut sich ein Anleger einen Straddle selbst, dann kann er beim Kauf und Verkauf Verluste erleiden, wenn seine Orders nicht gleichzeitig ausgeführt werden. Außerdem kosten zwei Optionsscheine doppelt Gebühren. Da der Basispreis (Strike) beider Citibank-Papiere allerdings deutlich unter dem aktuellen Dax-Stand liegt, verlieren die Scheine zunächst an Wert, wenn der Dax sinkt.

Dieses Problem umgeht ein Papier der Privatbank Sal. Oppenheim. Sie hat den Straddle für Privatanleger etwas erweitert. Im „Victory- Zertifikat“ ist die Optionsstrategie an eine Index-Struktur „angebaut“. (Siehe Grafik). Sobald der Euro-Stoxx die Gewinnschwelle von 3 956 Punkten erreicht hat, profitieren Anleger von Gewinnen und Verlusten des Index. „Das Zertifikat eignet sich für Anleger, die an einen starken Kursanstieg glauben“, sagt Wolfgang Gerhardt von Sal. Oppenheim. Vom aktuellen Niveau muss der EuroStoxx bis spätestens zum Laufzeit-Ende im August 2010 über 20 Prozent steigen. Klappt das nicht, dann erhält der Käufer des Zertifikats im Jahr 2010 nur den entsprechenden Gegenwert des EuroStoxx zurückgezahlt – ohne Berücksichtigung der Dividenden.

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