Anleger
Letzte Steuerfrist für Zertifikate läuft aus

Ab kommenden Mittwoch müssen Zertifikateanleger auf alle Derivate in Deutschland Abgeltungsteuer zahlen. 25 Prozent der Spekulationsgewinne führen die Banken künftig direkt an den Fiskus ab. Einzig aus Kursverlusten können Anleger auch nach Ende dieses Monats noch einen Steuervorteil ziehen - warum Anleger Verlustbringer noch im Depot lassen sollten.

FRANKFURT. Ende Juni läuft die letzte Schonfrist für Zertifikateanleger aus. Seit dem 14. März 2007 gilt eine Übergangsregel: Nur die vor diesem Datum gekauften Zertifikate sind nach Ablauf einer Spekulationsfrist von zwölf Monaten weiterhin steuerfrei. Auf alle anderen Papiere muss bei einem Verkauf nach Ende Juni 2009 und nach Ablauf der Spekulationsfrist auf alle Gewinne die Abgeltungsteuer gezahlt werden.

Allerdings erwarten nur wenige Anleger einen Gewinn aus den Papieren, die sie seit Beginn der Börsenbaisse im vergangenen Jahr gekauft haben. Damals kauften viele deutsche Privatanleger vor allem Discount- und Bonuszertifikate auf Aktienindizes wie zum Beispiel den Dax oder den Euro-Stoxx-50. Die strukturierten Produkte verfügen über Sicherheitsschwellen, die sie selbst bei fallenden Börsen vor Kursverlusten schützen sollten. Aber die Schwellen brachen und verursachten auch bei den Zertifikateanlegern hohe Verluste.

Die Besitzer von Zertifikaten mit Kursverlusten, die nach dem 14. März 2007 erworben wurden, können einen Steuervorteil nutzen, wenn sie die Frist am 30. Juni 2009 verstreichen lassen. Denn mit der dann fälligen Abgeltungsteuer auf Spekulationsgewinne regelt der deutsche Fiskus auch die steuerliche Behandlung von Verlusten anders. "Das neue Recht erlaubt Investoren, ihre Veräußerungsverluste aus Zertifikaten mit Gewinnen aus allen Arten von Kapitalerträgen zu verrechnen", sagt Klaus Weber von der LGT Bank. Nach altem Recht konnten sie Spekulationsverluste nicht mit Erträgen aus Zinsen und Dividenden verrechnen. Der Steuerexperte der Liechtensteiner Privatbank rät deutschen Anlegern, Verlustzertifikate ohne dauerhaften Bestandsschutz über den 30. Juni 2009 hinaus im Depot zu halten: "Der erst später realisierte Verlust kann so entweder im Jahr des Verkaufs mit allen Kapitalerträgen verrechnet oder sogar in spätere Jahre vorgetragen werden, wenn im Verkaufsjahr nicht genügend Kapitalerträge angefallen sind."

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