Anlegerschutz
Aktien schlagen Zertifikate

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) greift in ihrem neuen „Schwarzbuch Börse“ die Derivatebranche scharf an. Der boomende Markt für Zertifikate und Optionsscheine sei „für Banken eine Spielwiese, wo sie Millionen abzocken können“, sagte SdK-Vorstandsmitglied Markus Straub am Dienstag in München.

DÜSSELDORF. Derivate für Privatanleger haben sich in Deutschland zu einem Massenmarkt mit einem Volumen von 80 Mrd. Euro entwickelt. 2005 stieg das in Zertifikate investierte Volumen nach Statistik des Derivate Forums um mehr als 40 Prozent.

Die Kritik der SdK richtet sich vor allem gegen den Handel mit Optionsscheinen. Bei identischen Produkten unterschiedlicher Anbieter gebe es Preisunterschiede bis deutlich über 100 Prozent, rechnet die SdK vor. Da die Emittenten selbst An- und Verkaufskurse für die Scheine stellen, seien Anleger vom Gutdünken der Banken abhängig.

Die Branchenvereinigung Derivate Forum und die Börse Stuttgart bezeichneten die Vorwürfe als falsch. Die Vorwürfe gehen an den Interessen der Anleger vorbei, hieß es beim Derivate Forum. Nur ein Prozent des investierten Volumens stecke in Optionsscheinen.

Eine neue Studie des Deutschen Derivate Instituts (DDI) in Partnerschaft mit der Fondsgesellschaft DWS zeigt, dass die Kritik an Standardprodukten wie etwa Bonuszertifikate nicht zutrifft. Dieser Zertifikatetyp war 2005 der Verkaufsschlager. Zwar schneiden Bonuspapiere im Vergleich schlechter ab als etwa Aktien – wenn man die Dividenden berücksichtigt. Der Preis der Bonuspapiere folgt aber eng den Kursen der entsprechenden Basiswerte.

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