Aufschläge und Provisionen
Was Zertifikate wirklich kosten

Bei Zertifikaten sind die Kosten nicht immer direkt ersichtlich. Anleger werden bei vielen Papieren mehr als einmal zur Kasse gebeten. Wann welche Entgelte zu zahlen sind und wer davon profitiert.
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DüsseldorfIm Februar hat HSBC Trinkaus weitere Echtzeit-Produktportraits zu Zertifikaten veröffentlicht. Anleger erhalten bei dem Emittenten seitdem Portraits zu Bonuszertifikaten, Capped Bonuszertifikaten, Discountzertifikten und Aktienanleihen auf Basis der aktuellen Zertifikatekurse. Mit darin enthalten ist eine Aufstellung verschiedener Kosten, für die Käufer des Zertifikates zur Kasse gebeten werden.

Für ZertifikateNews ist das ein Anlass, noch einmal das Thema Kosten aufzugreifen und unseren Lesern und Leserinnen einen Überblick darüber zu geben. Einige Kosten werden von den Emittenten – wie im Beispiel HSBC – direkt ausgewiesen, andere ergeben sich aus der Zertifikatestruktur und sind nicht zu erkennen.

Neben Emittenten erhalten deren Vertriebspartner Vergütungen. Das sind die Banken, die die Zertifikate an ihre Kunden verkaufen. Sie hat der Gesetzgeber vor einiger Zeit dazu verpflichtet, ihren Kunden bestimmte Provisionen vor dem Kauf des Papiers offen zu legen. Damit sollen die Kunden besser erkennen können, ob ihm die Bank das Zertifikat nur verkauft, um dafür möglichst viel Geld vom Emittenten zu bekommen.

Natürlich fallen nicht bei allen Zertifikaten alle Kostenbestandteile an. Auch werden nicht alle Entgelte gleichzeitig fällig, sondern zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhoben.

Kosten beim Kauf

Ausgabeaufschlag: Bei Zertifikaten mit einer Zeichnungsfrist wird – ähnlich wie bei Investmentfonds – ein Ausgabeaufschlag fällig, der auf den Emissionskurs aufgeschlagen wird. Diesen Ausgabeaufschlag leitet der Emittent ganz oder teilweise an den Vertriebspartner weiter. Der Ausgabeaufschlag schwankt zwischen ein und drei Prozent, je nach Emittent und Zertifikateart und wird im Produktportrait aufgeführt.

Innenprovisionen: Bei einigen Zertifikaten erhält der Vertriebspartner ein (zusätzliches) Entgelt für die Vermittlung des Zertifkats an seine Kunden - auch in den ersten Wochen nach der Zeichnungsphase. Die Innenprovision wird nicht vom Konto des Zertifikateinhabers abgebucht, sondern der Wert des Zertifikats reduziert. Diese Provision muss der Vertriebspartner seinen Kunden vor dem Kauf des Zertifikats mitteilen.

Ergänzende Zuwendungen: Zu Ausgabeaufschlag und Innenprovision kommen die ergänzenden Zuwendungen, die der Emittent an den Vertriebspartner zahlt, zum Beispiel, um dessen Marketing für Zertifikate zu unterstützen.

Bankprovisionen: Kaufen Anleger Zertifikate nach der Zeichnungsphase über die Börse, nehmen Banken für die Ausführung des Wertpapierauftrags – wie bei Aktien oder Anleihen – eine Kaufprovision. Ihre Höhe unterscheidet sich von Bank zu Bank, am günstigsten sind hierbei vielfach die Direktbanken.

Börsenentgelte: Auch die Börsen und die Kursmakler greifen bei Käufen zu. So wird für Börsenaufträge eine Maklercourtage fällig, die separat in der Kaufabrechnung der Bank ausgewiesen wird.

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