Ausgefallene Papiere
Chancen auf Exoten-Märkten

Die drei entscheidenden Kriterien beim Zertifikate-Kauf: die laufenden Gebühren, die Dividenden der Aktien und die Spanne zwischen Kauf und Verkauf. Denn aus diesen Quellen ziehen die Emittenten ihren Gewinn.

Die laufende Gebühr weist in der Regel der Verkaufsprospekt aus. Üblich sind ein bis eineinhalb Prozent pro Jahr – unabhängig, ob Kursgewinne oder Verluste gemacht werden. Die Gebühr fällt häufig dann an, wenn der Emittent selbst aktiv wird; etwa, indem er seinen Aktienkorb regelmäßig neu bestückt. Bis zu 1,5 Prozent Managementgebühr sind noch gut angelegt, wenn Anleger dafür alle Dividenden der Indexaktien bekommen. Ist dem Zertifikat ein so genannter Performance- oder Total-Return-Index unterlegt, spricht das dafür.

"Doch rund 90 Prozent der Schwellenländer-Indexprodukte beziehen sich auf Kursindizes, ohne dabei die Dividenden zu berücksichtigen", sagt Dirk Heß, Derivate-Experte von Goldman Sachs. "Nur wenige Indizes werden international wie der Deutsche Aktienindex Dax als Performanceindex samt Dividende berechnet." Zudem nutze Goldman Sachs wie die Konkurrenz auch bei exotischen Märkten häufig die Dividendeneinnahmen, um daraus Bonus- oder Garantiestrukturen zu konstruieren. Damit lassen sich dann im Gegensatz zum reinen Indexzertifikat Anlagen offensiver oder defensiver ausrichten.

Folgende Faustformel hat sich durchgesetzt: Verlangt ein Emittent für ein exotisches Zertifikat eine Management-Gebühr, so werden meist Dividenden berücksichtigt. Zertifikate ohne Dividendenberücksichtigung, erkennbar durch Preis- oder Kursindex unterlegt, sind in der Regel gebührenfrei. Immerhin beträgt die Dividendenrendite derzeit 3,3 Prozent. Der langjährige Durchschnitt liegt sogar bei vier Prozent.

Zwar spielt für kurzfristig orientierte Spekulanten die Dividende nur eine untergeordnete Rolle. Doch in dividendenstarken Märkten summiert sich das schnell. Beispiel Thailand: Der Aktienmarkt des südostasiatischen Tigerstaats hat sich nach dem Militärputsch im September 2006 von der schwachen Tendenz auf vielen Märkten abgekoppelt. 15 Prozent beträgt das Plus für den über Indexzertifikate verbrieften SET-50-Index über drei Monate, seit Jahresbeginn sind es sogar 44 Prozent. Von den Dividenden sehen Anleger mit den derzeit verfügbaren Indexzertifikaten allerdings nichts. Das ist vor allem dann bitter, wenn sie auf mehrere Jahre investieren.

Kurzfristig orientierte Anleger achten statt auf die Dividendenrendite stärker auf die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs eines Zertifikats, ausgewiesen wird die maximale Spanne im Verkaufsprospekt. Diese Differenz zeigt, wie sehr der Wert des Zertifikats steigen muss, damit Anleger mit den Transaktionskosten überhaupt auf eine schwarze Null kommen.

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