Banken kreieren neue Produkte mit Sicherheitspuffer
Discount-Zertifikate werden bei Anlegern immer beliebter

Eine mögliche Anlagealternative zu Aktien sind Discount-Zertifikate. Diese Papiere bieten selbst bei stagnierenden oder fallenden Kursen interessante Renditen. Und durch eine weitere Optimierung sind sie jetzt noch effizienter einsetzbar.

Ist die Erholung an den Börsen schon vorüber? Nach dem fulminanten Anstieg der wichtigsten Aktienindizes in den vergangenen Monaten sind die Kurse ins Stocken geraten. Schon warnen Wertpapierstrategen vor einer weiteren Konsolidierung. Auch weniger pessimistische Experten erwarten zunächst nur eine Seitwärtsbewegung mit bestenfalls moderat steigenden Kursen. Für Anleger ist die Lage schwierig: Lohnt es sich jetzt noch einzusteigen? Sollten Gewinne realisiert werden? Schwieriger wird die Lage noch durch fehlende Anlagealternative. Der Geldmarkt bietet Mini-Zinsen, die Aussichten am Rentenmarkt sind auch eher verhalten.

Eine mögliche Anlagealternative sind Discount-Zertifikate. Diese Papiere bieten selbst bei stagnierenden oder fallenden Kursen interessante Renditen. Und durch eine weitere Optimierung sind sie jetzt noch effizienter einsetzbar.

Wie Discount-Zertifikate funktionieren

Grundsätzlich funktionieren Discount-Zertifikate so: Durch ihren Erwerb investiert der Anleger in den Basiswert (eine Aktie oder einen Index ) mit einem Preisabschlag (Discount). Als Ausgleich für diesen Vorteil profitiert er nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag (Cap) an der möglichen Aufwärtsentwicklung des Basiswerts. Am Ende der Laufzeit erhält der Investor den Betrag in Höhe des Caps ausbezahlt, falls der Basiswert über diesem Höchstbetrag notiert. Liegt er darunter oder auf gleicher Höhe, so erhält der Investor den zugrunde liegenden Basiswert. Der Preisabschlag arbeitet wie ein Sicherheitspuffer.

Beispiel: Bei einem Dax-Stand von 3544 Punkten würde ein klassisches Zertifikat (Bezugsverhältnis 1:100, Laufzeit bis Oktober 2004) 35,44 € kosten. Ein Discount-Zertifikat mit einem Cap von 3600 € ist aber für 31,80 € zu haben, das ist ein Abschlag von rund 11 %. Bei fallenden Kursen ist der Anleger bis zu einem Dax-Stand von 3180 Punkten noch im Plus, erst dann beginnt für ihn die Verlustzone. Wenn der Dax am Ende der Laufzeit bei 3600 Punkten dahindümpelt, kann sich der Investor freuen. Er erhält ein Zertifikat im Wert von 36 €, hat aber nur 31,80 € bezahlt. Er erzielt also eine Rendite von 13 % - und das bei einem Markt, der auf der Stelle tritt.

Der Gewinn ist gedeckelt

Steht der Dax am Laufzeitende bei 4500 Punkten wäre der Investor mit einem normalen Index-Zertifikat besser gefahren: denn er erhält nicht 45 sondern lediglich 36 € ausbezahlt, der Gewinn ist gedeckelt. Der Kauf des Zertifikats lohnt sich also bei stagnierenden, leicht fallenden oder moderat steigenden Kursen - das sind genau die Szenarien, die viele Marktteilnehmer derzeit für wahrscheinlich halten.

Hohe Rendite nur bei kurzer Laufzeit

Um die Vorteile der Discount- Zertifikate allerdings optimal zu nutzen, wäre ein häufiger Kauf und Verkauf der Papiere nötig. Aus finanzmathematischen Gründen bieten nämlich Discount-Zertifikate mit einer sehr kurzen Laufzeit relativ gesehen höhere Rabatte als Papiere mit einer längeren Haltedauer. Ein Beispiel: Während ein Discount-Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 (Cap nahe beim aktuellen Indexstand) bei einjähriger Laufzeit im Schnitt einen Preisabschlag von etwa 15 % pro Jahr aufweist, konnten Investoren mit einem Kurzläufer allein im August einen Abschlag von 2,6 % erzielen, auf das Jahr gesehen wären das rund 31 %. Es macht daher durchaus Sinn, jeden Monat jeweils ein Papier mit einer einmonatigen Restlaufzeit auszuwählen. Dabei sollte der Cap jeweils möglichst dicht am jeweiligen Stand des Index gewählt werden.

In der Praxis dürfte diese Strategie jedoch schwer umzusetzen sein. Das häufige Umschichten erfordert hohen administrativen Aufwand, es entstehen hohe Transaktionskosten und die Erträge sind voll steuerpflichtig, da die Papiere weniger als zwölf Monate gehalten werden. Für Vermögensverwalter stellt sich zudem das Problem, dass sie in der Regel viele einzelne Discount-Zertifikate für unterschiedliche Kunden im Depot halten müssen, wollen sie die Strategie strikt befolgen. Dies erschwert die Risikosteuerung und die Abrechnung.

Wie ein Rolling Discount-Zertifikat funktioniert

Mittlerweile gibt es jedoch für Investoren eine Möglichkeit, ihre Rendite mit kurzlaufenden Discount- Zertifikaten zu optimieren: Rolling Discount-Zertifikate schichten die Papiere monatlich automatisch um. Wer beispielsweise ein Rolling Discount-Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 erwirbt, wird so gestellt, als ob er jeden dritten Freitag im Monat einmal jeweils in ein neues Discount Zertifikat investieren würde, das über eine Restlaufzeit von einem Monat verfügt und dessen Cap nahe am aktuellen Stand (at-the-Money) des Vorzeigeindex liegt.

Der monatliche Investmentzyklus garantiert, dass das jeweilige Papier an das aktuelle Marktgeschehen angepasst ist. Da die Laufzeit des Zertifikats unbegrenzt ist, können Anleger selbst entscheiden, wann sie das Investment beenden. Wer Rolling-Discounts länger als ein Jahr hält, kann die Gewinne steuerfrei vereinnahmen. Hinter der Konstruktion steckt ein Termingeschäft an der Eurex. Neben dem Aktienkauf verkaufen Banken einmal im Monat eine entsprechende Option auf dieses Papier an der Terminbörse. Die erzielte Prämie ergibt den jeweiligen Discount. Hier fällt eine vierteljährliche Risiko-Managementgebühr an, die beim Rolling Discount-Zertifikat auf den DJEuro Stoxx 50 exakt 0,1875 % beträgt.

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