Belgien
Derivate-Regulierung stößt auf Sympathie

Belgiens Regulierung im Geschäft mit Derivaten für Privatanleger stößt laut FSMA-Chef Servais bei anderen Aufsichtsbehörden auf Begeisterung. Die Initiative soll das Vertrauen der Privatanleger wiederherstellen.
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FrankfurtDie belgische Finanzaufsicht erwartet zahlreiche Nachahmer ihrer Vertriebsbeschränkungen im Geschäft mit Derivaten für Privatanleger. „Die Entwicklungen bei uns in Belgien werden zur Fallstudie für all jene Länder werden, die eine ähnliche Regulierung importieren wollen“,sagte der Vorsitzende der Financial Services and Markets Authority (FSMA), Jean-Paul Servais, am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Generell stößt unsere Initiative bei anderen Aufsichtsbehörden auf viel Unterstützung und Sympathie.“

Die belgische Finanzaufsicht macht derzeit viele Emittenten von Zertifikaten und Hebelprodukten nervös. Denn auf eine Initiative der FSMA hin haben sich viele Banken in Belgien freiwillig bereit erklärt, komplexe strukturierte Produkte nicht mehr an Privatanleger zu vertreiben. Die belgische Finanzaufsicht will dieses Verbot in den kommenden Monaten in Stein meißeln.

„Ziel dieser Initiative ist es, das Vertrauen der Privatanleger in den Finanzsektor wiederherzustellen“, sagte Servais. Als die US-Bank Lehman Brothers im September 2008 pleite ging, haben viele belgische Privatanleger - eben so viele Deutsche - Geld durch Investments in Zertifikate dieses Instituts verloren.

„In den vergangenen Jahren ist der Markt für Zertifikate und andere strukturierte Produkte auf ein gigantisches Ausmaß angewachsen“, sagte Servais. In Belgien habe er sich 2010 auf rund 85 Milliarden Euro belaufen - inklusive Zertifikaten und Hebelprodukten sowie Versicherungen und Investmentfonds mit entsprechenden Bestandteilen. „Das ist ein Drittel der Einlagen auf Sparbüchern in Belgien“, sagte Servais.

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