Börsenspiel-Gewinner

„Ich würde Knock-out-Produkte kaufen“

An den Börsen schwanken die Kurse heftig. Der Banker Klaus Neukert ist Gewinner des letztjährigen Handelsblatt-Börsenspiels. Aus 20.000 machte er 1,4 Millionen Euro. Im Interview erklärt er, wie er jetzt anlegen würde.
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Der Münchener Börsenhändler Klaus Neukert mit seinem Börsenspiel-Gewinn, einem Porsche. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

Der Münchener Börsenhändler Klaus Neukert mit seinem Börsenspiel-Gewinn, einem Porsche.

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)

Wie werde ich reich an der Börse?

Wenn das einfach wäre! Die Situation an den Märkten ist sehr unübersichtlich. Den guten Konjunkturdaten – speziell in Deutschland – stehen die Schuldenprobleme vieler Staaten entgegen. Ich würde abwarten und beobachten.

Abwarten? Beim Börsenspiel haben Sie aus 20.000 Euro in nur drei Monaten 1,4 Millionen Euro gemacht.

Das funktioniert aber nur, wenn man ein hohes Risiko eingeht und dann auch damit klarkommt, wenn es am Ende schiefgeht. Und das kann ich mir im wahren Leben nicht leisten – ich baue gerade ein Haus.

Dann lassen Sie uns spielen. Was würden Sie tun?

Für Daytrader ist die Situation sehr interessant. Je größer die Volatilität, umso mehr kann man verdienen. Es gibt viele Möglichkeiten zu spekulieren.

Und welche würden Sie nutzen?

Ich würde mir Knock-out-Produkte kaufen, vorzugsweise auf den Dax. Mit diesen Papieren würde ich darauf spekulieren, in welche Richtung sich der Index entwickelt. Noch risikoreicher sind Spekulationen auf Rohstoffpreise, etwa Knock-out-Zertifikate auf Gold.

Aber woher wollen Sie wissen, ob der Preis steigt oder fällt?

Sie müssen die wichtigsten Nachrichten eines Tages filtern. Welche Konjunkturdaten werden etwa veröffentlicht? Dann müssen Sie einschätzen, was das für die Märkte bedeutet. Und Sie müssen schnell sein. Am Mittwoch gab es die Chance auf Kursverluste, als Gerüchte um den vermeintlichen Kapitalbedarf von Société Générale kursierten. Auch wenn sie umgehend dementiert wurden, können solche Gerüchte in hektischen Zeiten große Kursveränderungen bewirken.

Was täten Sie mit Ihrem Geld, wenn wir nicht spielen würden?

Die Hälfte würde ich auf einem Tagesgeldkonto parken, 20 Prozent in Aktien stecken und 20 in Rohstoffe. Mit den verbliebenen zehn würde ich mich mit Put-Optionsscheinen gegen fallende Kurse absichern.


  • pan
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6 Kommentare zu "Börsenspiel-Gewinner: „Ich würde Knock-out-Produkte kaufen“"

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  • Guten Morgen,
    gebe meinen " Vorschreibern " recht.
    Ein Börsenspiel unter realistischen Bedingungen, mit wirklichem Lerneffekt, mit Handelseinschränkungen die auch für " Beruftätige " die Chancen Gleichheit wahren, so etwas sollte man vom handelsblatt erwarten.
    Leider driftet auch dieses Spiel in die Spiel - Zockerkategorie für Erwachsene ab.
    Schade.
    Schönen Tag noch.

    M.B.

  • Börsenspiele sind absoluter Unfug. Es werden nur wenige Gewinne vergeben; wer ein respektables mittleres Ergebnis hat, geht ebenso leer aus wie derjenige, der sein ganzes Spielgeld verloren hat. Jeder, der vernünftig agiert, hat keine Chance auf Gewinn. Gewinnen kann nur, wer voll auf Risiko setzt. Es ist traurig, dass das Handelsblatt solche Oberzocker hofiert.

  • Gscheidle, täten wir sagen!

  • Die Suggestion der Überschrift ist völlig irreführend und dem HB nicht angemessen! Er würde eben KEINE KO-Produkte kaufen sondern in (viel) Cash, Aktien, Rohstoffe und Absicherung diversifizieren! Er würde im Spiel zocken, nicht im wahren Leben. Aber wahrscheinlich habe ich doofer Leser meine Funktion erfüllt und den Artikel samt Werbung gelesen... Bitte den Pfad der Seriösität nicht verlassen, sonst verlasse ich diese Zeitung.

  • Wieso bringen sie so einen Bericht?

    Ich zitiere mal dazu ihren HB Newsletter von heute:

    "Unsere Titelgeschichte "Die Stunde der Spekulanten" beschreibt die Akteure und ihre Praktiken. Ich glaube, die Regierungen in Paris und Berlin haben keine andere Wahl, als diesen Spielern durch strengere Gesetze die Spielzeuge wegzunehmen."

    Eine Zeitung die in solchen Zeiten in einer Art schreibt, wie dieser Tage über die gefährlichen Marktteilnehmer", veranstaltet parallel dazu ein Börsenspiel und präsentiert in einem tollen Bericht den Sieger, der eine irre Rendite erwirtschaften konnte. Und fragen dann diesen Menschen auch noch um Rat für ihre Leser, wie diese jetzt möglichst renditestark agieren können.

    Von mir aus können sie so lange sie wollen über Spekulanten herziehen, steht ja jedem offen. Aber wie so oft: Die, die mit dem Finger zeigen, haben es am nötigsten.

    Der Typ scheint ja auch was drauf zu haben und vielleicht ist da auch für mich persönlich oder die Leser der Zeitung etwas drin. Hier springt die Zeitung voll auf die möglichen Renditechancen an, die sie sonst für unethisch erklären, wenn sie den Spekulanten ihr Spielzeug wegnehmen wollen. Klar, jetzt gehts ja auch um den eigenen Vorteil. Gierig sind ja nur die anderen. Hier hat sich der Autor bzw die Zeitung selbst entlarvt, ohne es zu merken. Genauso ist es bei den meisten anderen, die immer schnell mit dem Finger deuten.

    Komisch, in den USA findet das Thema Spekulation in der öffentlichen Debatte so gut wie nicht statt. Dabei hätten die USA ebenfalls Grund genug dazu.

  • Am besten Finger weg von allem "komplizierten Zeug" (Gewinner ist nicht der Anleger). In die Zukunft kann keiner Blicken, lieber dauerhaft in werthaltige Aktien investieren und Schwankungen aushalten.

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