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Bonus-Zertifikate auf Einzelaktien

Die Emittenten spielen weiter fleißig auf der „Bonus-Klaviatur“. Im Fokus stehen dabei allerdings nun nicht mehr Indizes und Baskets, sondern Einzelaktien – ein Beleg dafür, dass diese innovative Konstruktion sich von einer temporären Randerscheinung zu einer kompletten Zertifikate-Kategorie entwickelt. Was die jüngsten Emissionen angeht, gestaltet sich der Kreis der Emittenten mit nur zwei Instituten (Sal. Oppenheim und Bankgesellschaft Berlin) zwar recht überschaubar, was jedoch nichts daran ändert, dass auch hier interessante Perspektiven für konservative Investoren winken, wobei der Anlagehorizont erfreulicherweise nur halb so lang ist wie bei den bislang vorgestellten Titeln.

25 Prozent Rendite in drei Jahren bei ING

Einer unser Favoriten ist ein von Sal. Oppenheim aufgelegtes Papier auf den niederländischen Finanzdienstleister ING Groep: Sofern die Aktie während der dreijährigen Restlaufzeit niemals unter 10,50 Euro notiert, gibt es im Juli 2006 auf jeden Fall eine Rückzahlung von 21,00 Euro. Heute kostet das Zertifikat 16,87 Euro, woraus sich eine Bonus-Chance von 24,48 Prozent entsprechend 7,55 Prozent p.a. ergibt; und wie bei der Bonus-Konstruktion üblich, ist man an über 21,00 Euro hinausgehenden Anstiegen natürlich voll beteiligt. Genauso attraktiv gestaltet sich die Risiko-Seite – aktuell notiert die Aktie bei 16,82 Euro, erst bei einem Einbruch um mehr als 37,5 Prozent wird der Bonus-Mechanismus also deaktiviert. Zwar kann ein derartiger Rückschlag nicht völlig ausgeschlossen werden (im Zuge der Depression vom März war die Aktie für drei Tage unter dieses Niveau gefallen), im Rahmen einer Beimischung ist das Risiko aber vertretbar.

Bei Daimler winkt zweistellige Jahresrendite

Selbiges gilt für ein nicht einmal mehr zwei Jahre laufendes Papier auf Daimler-Chrysler. Die Bankgesellschaft Berlin zahlt hier mindestens 37,68 Euro zurück, wenn die Aktie des schwäbischen Automobilbauers niemals unter 21,98 Euro fällt. Auf Basis der aktuellen Kurse heißt das: Bis zu Einbußen von knapp 30 Prozent können Sie noch 21,82 Prozent oder 10,95 Prozent p.a. Rendite einfahren – bei gleichzeitig unbegrenzter Chance nach oben. Wer ohnehin mit dem Gedanken spielt, die Aktie zu kaufen, braucht wohl nicht lange zu überlegen um festzustellen, dass das Bonus-Zertifikat weitaus attraktiver ist als ein Direktinvestment. Doch auch klassische „Renditejäger“, die weniger auf den Basiswert und mehr auf das Verhältnis zwischen Chance und Absicherung schauen, können zugreifen. Bei allen Engagements im Einzelaktien-Bereich sollten Sie freilich den Tipp beherzigen, den wir Ihnen schon bei unseren diversen „Discount-Paketen“ gegeben haben: Nicht alles auf eine Karte setzen; statt 10 000 Euro in ein Zertifikat zu stecken, streuen Sie besser 2 500 Euro auf vier unterschiedliche Papiere.

Bonus-Zertifikate sind keine Konkurrenz zu „Discountern“

Die Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über das aktuelle Angebot, wobei die Neuemissionen der Bankgesellschaft Berlin (WKNs 887 951 bis 887 954) so „frisch“ sind, dass sie erst in den nächsten Tagen in den Börsenhandel an der EUWAX eingeführt werden. Unabhängig davon, für welche Papiere Sie sich entscheiden, beachten Sie bitte, dass die angegebenen Kennzahlen nur gelten, wenn die Zertifikate bis zur Fälligkeit im Depot verbleiben – während der Laufzeit hängt die Kursbildung dagegen, ähnlich wie bei Discount-Zertifikaten, nicht nur vom Aktienkurs, sondern von einer Vielzahl zusätzlicher Faktoren ab, die im Vorhinein schwierig abzuschätzen sind. Und wo wir schon beim Thema „Discounter“ sind: Bonus-Papiere sind keine Konkurrenz dazu, sondern eher eine willkommene Erweiterung der Möglichkeiten zur Renditeoptimierung. Für Laufzeiten bis etwa 20 Monate bleiben Discount-Zertifikate das Nonplusultra (in diesem Zeithorizont lassen sich auch kaum attraktive Boni konstruieren); wer sich länger festlegen will, fährt dagegen schon aufgrund der unbegrenzten Partizipation besser mit Bonus-Zertifikaten. „Langläufer-Discounts“, die auf dem Hochpunkt der Volatilitäten interessant waren, sollten Sie momentan eher meiden.



Bonus-Zertifikate auf Einzelaktien: Das Angebot per 18. Juli 2003

WKNBankUnderlyingLaufzeitAktienkursSchwelleBonusbetragMin. BonusPuffer
812133OPPABN Amro24.07.0616,9910,9021,0023,67%35,84%
887951BGBBASF28.07.0640,7228,4148,7020,01%30,23%
147573BGBBayer04.07.0520,1813,7623,5816,39%31,81%
147574BGBDaimler04.07.0531,0421,9837,6821,82%29,19%
887952BGBEon29.07.0645,0031,1553,4018,67%30,78%
147575BGBFortis04.07.0515,8411,2718,0413,89%28,85%
812134OPPING Groep24.07.0616,8210,5021,0024,48%37,57%
812135OPPRoyal Dutch24.07.0640,3326,6049,0021,29%34,04%
887953BGBRWE30.07.0625,0316,1729,8619,30%35,40%
812136OPPThyssen-Krupp24.07.0611,807,9014,0018,04%33,05%
812137OPPTotalFina24.07.06130,9092,50150,0014,55%29,34%
812138OPPVolkswagen24.07.0636,6825,5046,0025,85%30,48%



Für weitere Informationen: www.zertifikatejournal.de Mehr über Zertifikate erfahren Sie Woche für Woche im „ZertifikateJournal“, dem kostenlosen Newsletter von Deutschland´s führenden Zertifikate-Experten Christian W. Röhl und Werner H. Heussinger. Unter www.zertifikatejournal.de können Sie sich in den Verteiler eintragen.

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