Bonuszertifikate
Besser als Reserve

Mit einem Bestand von fast 30 Milliarden Euro gehören Bonuspapiere derzeit zu den Favoriten unter den Anlagezertifikaten. Ausgerechnet diese Papiere schnitten aber in den Börsenturbulenzen des Sommers keineswegs gut ab – obwohl die Bonusfunktion in der Regel als Sicherheitspuffer eingesetzt wird.

Bonuszertifikate werfen am Ende ihrer Laufzeit eine feste Rendite ab, wenn sich der Basiswert (Aktie oder Index) oberhalb einer festgelegten unteren Barriere hält. Normalerweise besteht zu dieser Grenze ein beruhigender Sicherheitsabstand, etwa 20 bis 30 Prozent zum aktuellen Kurs des Basiswerts. Doch fällt die Aktie unerwartet heftig, wackelt der Bonus gewaltig – und damit der Kurs des Zertifikats.

So geschehen im August. Trotz Puffer fielen die Verluste höher aus als bei den Aktien. So gingen Zertifikate auf den Euro Stoxx wesentlich stärker in die Knie als der Index selbst: Während der Index von Mitte Juli bis Mitte August 10,9 Prozent verlor, gaben Bonuszertifikate mit einjähriger Restlaufzeit um 13,5 Prozent nach. Der Grund: Mit einem Rückgang auf 4 062 Punkten am 16. August kam der Index der unteren Barriere – 4 000 Punkte – des getesteten Bonuszertifikats gefährlich nahe.

Hätte der Index diese Marke berührt, wäre der Bonus ersatzlos verfallen. In diesem Fall läuft das Zertifikat weiter wie der Index selbst. Doch im Vorfeld des Bonusverlusts müssen Anleger mit deutlich höheren Kursschwankungen als im Basiswert rechnen; eine Zitterpartie gibt es allemal. Und wenn der Bonus dann gar verloren geht, ist der Zusatznutzen dahin – also eigentlich der Grund, warum die Zertifikate ursprünglich gekauft worden sind.

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