CDS
Hohe Konzentration bei Kreditderivaten

Der Markt für Kreditderivate wird immer noch von nur wenigen große Banken dominiert. Diese Konzentration birgt nach Meinung von Experten ein erhebliches Risiko, das vor allem darin liegt, das eines der Institute bankrott geht.

FRANKFURT. Der Markt für Kreditderivate wird immer noch von nur wenigen große Banken dominiert. Diese Konzentration birgt nach Meinung von Experten ein erhebliches Risiko, das vor allem darin liegt, das eines der Institute bankrott geht.

Nach einer Analyse der Ratingagentur Fitch Ratings entfielen Ende des vergangenen Jahres auf die zehn größten Banken immer noch rund 67 Prozent der abgeschlossenen Geschäfte. Bei der von Fitch Ratings im Jahr 2003 durchgeführten gleichen Umfrage entfielen auf die zehn großen Banken 62 Prozent der Geschäfte. Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im September vergangenen Jahres hatte die Risiken der Konzentration verdeutlicht und bereits zu Turbulenzen an dem Markt gesorgt. Viele andere Banken hatten Kreditderivate von Lehman gekauft, die durch die Pleite wertlos wurden.

Kreditderivate werden allgemein als Nukleus der weltweiten Finanzkrise bezeichnet. Mit Kreditderivaten versuchen sich Banken und institutionelle Investoren gegen Kreditausfälle etwa durch den Bankrott von Unternehmen abzusichern. Diese Instrumente werden in der Regel von Banken maßgeschneidert auf Bedürfnisse der Marktteilnehmer entwickelt. Sie werden nicht an Börsen gehandelt.

James Batterman und sein Analysten-Team bei der Ratingagentur Fitch Ratings in New York haben jetzt jedoch Fortschritte bei der Reduzierung dieser Risiken beobachtet. Dadurch, dass immer häufiger Clearinghäuser von Terminbörsen wie zum Beispiel ICE Trust und Eurex Clearing den Handelspartnern zwischengeschaltet werden, sei die Gefahr, dass eine Bank am Markt für Credit Default Swaps (CDS) ausfalle, entschärft worden, sagt Batterman. Diese Clearinghäuser verlangen von den aktiven Banken wesentliche höhere finanzielle Sicherheiten, wodurch der Markt an Stabilität gewonnen hat.

Fachkreise betonen, dass die Abrechnung und Abwicklung - das Clearing - von CDS aber nur bei einem Teil des zuletzt noch immer rund 27 Billionen US-Dollar ausmachenden Marktes möglich sein wird. In einer jetzt veröffentlichten Studie, die auf einer Umfrage bei den 26 größten Banken aus elf Ländern basiert, kommen die Fitch-Experten zum Ergebnis, dass das ausstehende Volumen des CDS-Marktes zum ersten Mal seit dem Jahr 2003 gefallen ist. In den vergangenen Monaten sei vor allem der Anteil von Collateralized Debt Obligations (CDO) und anderer komplexer Kreditstrukturen geschrumpft. Am populärsten unter den Kreditderivaten sind weiterhin CDS auf einzelne Kreditnehmer und auf Indizes, deren Anteil am Kreditderivate-Gesamtmarkt rund 88 Prozent des ausstehenden nominalen Volumens erreicht.

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