CFDs
Kurzfristwetten auf dem Vormarsch

Das Handelsvolumen mit CFDs steigt kräftig an. Die Differenzkontrakte sollen Zertifikaten und Optionsscheinen Konkurrenz machen. Vor allem spekulativ orientierte Trader finden hier in volatilen Marktphasen gute Gelegenheiten. Doch die Anbieter wollen ihre Produkte aus der Zockerecke holen und mit Weiterentwicklungen auch konservativere Anleger ansprechen.

FRANKFURT. Aufgrund der stark schwankenden Börsenkurse erreichte der Handel mit Contracts for Difference (CFD) im vergangenen Jahr seinen vorläufigen Höhepunkt. Zu dem Ergebnis kam die gestern veröffentlichte Studie der Steinbeis Hochschule Berlin zum Markt für Differenzkontrakte. Mit knapp 500 Mrd. Euro setzen 2008 die mittlerweile rund 60 000 deutschen CFD-Spekulanten auf steigende und fallende Aktienkurse. 65 Prozent der Transaktionen entfielen auf Indizes: Vor allem der Dax, aber auch der Dow Jones waren beliebt.

Die Kurzfrist-Investoren spekulieren mit Hebel auf Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen und Renten. Sie kaufen jedoch nicht den Basiswert direkt, sondern gehen eine außerbörsliche Wette auf die Kursentwicklung ein. Und sie müssen dazu nur einen Teil ihrer Position als Sicherheitsleistung bei einem Broker hinterlegen. Diese Margin bestimmt dann die Hebelwirkung der Wette.

Mit CFDs wollen viele Finanzinstitute ihr stark rückläufiges Zertifikategeschäft ersetzen. "Wir haben aus unseren Fehlern gelernt", sagt Önder Ciftci, Derivatechef bei der Royal Bank of Scotland (RBS). Er verantwortet das Zertifikategeschäft der RBS, die CFD-Plattform Marketindex und ist Gründungsmitglied des CFD-Verbandes. "CFDs sind die besseren Zertifikate", sagt Stefan Riße vom CFD-Anbieter CMC Markets. Zielgruppe seien jedoch vorerst erfahrene Anleger. Retailkunden bleiben bei der hochriskanten Kurzfristwette noch außen vor. "Die Verlustrate der CFD-Anleger ist hoch", sagt Pascal Nörrenberg von der Citi. Für den Derivateexperten sind Anlage- und Hebelprodukte noch immer die bessere Alternative, denn sie kommen unterschiedlichen Risikoprofilen entgegen.

"Aber CFDs sollen nicht nur das reine Hebelprodukt für Trader bleiben", sagt Riße. Er rechnet mit bis zu 200 000 potenziellen deutschen Kunden. Michael Lippa geht sogar noch weiter: "In Großbritannien haben die CFD-Transaktionen bereits den klassischen Aktienhandel abgelöst", sagt der Deutschland-Chef von IG Markets. Er rechnet hierzulande bis Ende 2010 mit rund 250 000 kurz- und mittelfristig orientierten CFD-Spekulanten.

Nach Angaben des CFD-Verbandes sind sogar bis zu eine halbe Million Kunden in Deutschland möglich. Wenn die Kontrakte auch langfristige und strukturierte Kurswetten zulassen, wie es derzeit nur die Zertifikate können. CFDs sind jedoch immer noch Nischenprodukte für erfahrene Trader. Doch das soll sich laut Verbandsvorstand Ciftci bald ändern: "Alles was einen Kurs hat, kann auch mit einem Differenzkontrakt gehandelt werden."

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