Chancen für Anleger
Sauberes Trinkwasser wird knapp

Wasser wird immer mehr zum kostbaren Gut. Der Wasserverbrauch wird sich in den nächsten 30 Jahren verdreifachen. Was knapp ist, wird teuer - große Chancen für Anleger.

HB FRANKFURT. Wasser ist scheinbar im Überfluss vorhanden. Zwei Drittel der Erdoberfläche sind mit dem blauen Gold bedeckt. Doch nur ein Bruchteil dieses enormen Reservoirs ist für den Menschen direkt nutzbar. Und während die Bevölkerungszahlen in den nächsten Jahren weltweit erheblich ansteigen werden, haben schon heute mehr als eine Milliarde Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. So leiden 400 von 660 chinesischen Städten unter Wasserproblemen, und Spanien, Portugal sowie Frankreich mussten im vergangenen Jahr auf Grund von unerwarteten Niederschlagsausfällen ihre Wasserversorgung rationieren.

Exakt lässt sich nicht sagen, wie viel Wasser auf der Erde existiert. Das in der Atmosphäre gebundene Wasser und die Wassermenge in tiefen Erdschichten können nur geschätzt werden. Für den menschlichen Verbrauch steht indes immer weniger Wasser zur Verfügung: In den vergangenen 100 Jahren hat sich der Wasserverbrauch versiebenfacht, die verfügbare Süßwassermenge hat sich allein seit 1970 um 40 Prozent verringert. Die Vereinten Nationen erwarten, dass sich der Süßwasserverbrauch innerhalb der nächsten 30 Jahre nochmals verdreifachen wird. Wasser würde so spätestens um das Jahr 2025 zu einem global knappen Gut.

Auf die Politik und die Wirtschaft kommen im Wassersektor beachtliche Aufgaben zu. Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen stehen Unternehmen im Mittelpunkt, deren Expertise, Technologien und Produkte bei der Versorgung mit Wasser und der Entsorgung von Abwasser benötigt werden. Anbieter, deren Tätigkeitsfeld in den Bereichen der Wasserversorgung, der Wasserinfrastruktur oder der Wasserreinigung liegt, blicken einem großen Wachstumspotenzial entgegen - dieses Potenzial stößt auch bei Investoren auf steigendes Interesse. Zwar sind heute noch mehr als 90 Prozent der globalen Wasserversorgung in öffentlicher Hand, der Investitionsbedarf sowie die angespannte Finanzlage vieler öffentlicher Haushalte lassen aber eine deutliche Steigerung des Marktanteils privater Unternehmen erwarten.

In der jüngsten Vergangenheit hat die Zertifikatebranche verschiedene Lösungen entwickelt, um Anlegern auf einfache Weise eine Partizipation an der zukünftigen Entwicklung der im Wassersektor tätigen Unternehmen zu ermöglichen. Verschiedene Emittenten haben dazu - teilweise in Zusammenarbeit mit angesehenen Kooperationspartnern wie beispielsweise Dow Jones - spezielle Wasser-Indizes aufgelegt und entsprechende Index-Zertifikate emittiert. Für Anleger ist es dabei wichtig zu beachten, dass es sich bei dem jeweiligen Index um einen Total-Return-Index handelt, bei dem Dividendenzahlungen reinvestiert werden; nur so ist gewährleistet, das Anleger von möglichen Ausschüttungen vollständig profitieren.

Frank Burkhardt ist Zertifikate-Experte bei der Société Générale.

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