Chartanalyse
Gold hat Kursziel „abgearbeitet“

Das Edelmetall hat nach einem drastischen Kurssturz nun wieder kurzfristige Erholungschancen. Wer auf steigende Goldpreise setzen will, muss sich nicht unbedingt Münzen oder Barren ins Schließfach legen.
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DüsseldorfSelbst hartgesottene Goldfans zweifeln mittlerweile  am vermeintlich „sicheren Hafen“: Der Preis des Edelmetalls, der sich in den vergangenen zwölf Jahren versiebenfacht hatte, befindet sich seit Monaten  in einer Abwärtsspirale. Allein seit Anfang April ist die Notierung des Goldpreises um ein Viertel eingebrochen. Vorläufiger Höhepunkt des Crashs auf Raten: Vor wenigen Tagen kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) zwischenzeitlich deutlich weniger als 1200 US-Dollar.

Jörg Scherer von der Düsseldorf Bank hat den Chartverlauf des gelben Edelmetalls genau unter die Lupe genommen. Für den Chartanalysten hat Gold nun sein Kursziel 1200 US-Dollar auf der Unterseite abgearbeitet. Diese Marke hat er aus der 300 Zähler breiten Zone zwischen 1800 und 1500 Dollar errechnet, in der sich der Goldchart mehrere Monate lang aufgehalten hat.

Für Scherer hat Gold nun temporäre Erholungschancen. Zumal die professionellen Händler (Commercials) nur noch in einem geringen Maße auf einen weiter fallenden Preis des Edelmetalls spekulieren – ablesbar an den sogenannten COT-Daten. Das sind Daten der US-Rohstoff- und Finanzkontraktbroker über offene Positionen von Termingeschäften (Futures und Optionen), die über Nacht gehalten werden.

Voraussetzung für eine Erholung ist ein Spurt über die Marke von 1267 Dollar, das eine kurzfristige Trendwendeformation („1-2-3-Tief“) vervollständigen würde. Gestern lag der Goldkurs zwischenzeitlich bereits bei 1298 Dollar. „Das erste Erholungsziel liegt dann bei 1321 sowie 1329 Dollar, den Tiefpunkten der Monate April und Mai“, sagt Scherer.  Da auch die 38-Tages-Linie (aktuell bei 1336 Dollar) in diesem Bereich notiert, entstehe auf diesem Niveau ein wichtiger Kumulationspunkt.

Wer auf steigende Goldpreise setzen will, muss sich nicht unbedingt Münzen oder Barren ins Schließfach legen. Die beliebteste Art von der Wertentwicklung des gelben Edelmetalls zu profitieren, sind börsengehandelte Fonds. Genauer gesagt Produkte, die viele für Fonds halten, die de facto aber gar keine sind: Exchange Traded Commodities (ETC). Genauso wie Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF), die sich bereits seit Jahren steigender Beliebtheit erfreuen, ermöglichen auch ETCs einfach und kostengünstig in viele Märkten zu investieren.

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  • Wie sagte mir kürzlich anlässlich des Schützenfestes ein netter Angestellter einer Bank beim lustigen Besuch unserer Gruppe in seiner Zweigstelle: "Nimms leicht, Dein Sparkonto betrachte heute als Spendenkonto". Kurz, aber ehrlich mein Eindruck. Dies bereits seit New York Times Publikation einer simplen Grafik mit dem Titel "Europe´s Web of Dept" zu den Schulden der fünf PIIGS und den
    "Verbindlichkeiten" zu den EU Staaten, Frankreich, Großbritanien, Deutschland damals (mal googeln). Dann der erste Rücktritt eines deutschen Staatsoberhaupts, dieser sicher nicht uninformiert entsprechend seiner damaligen und vorhergehenden Profession, vermutlich mit realen Blick in die schöne teuro-Landschaft. Was Gold betrifft: Besitzer physischen Gldes werden durch die Entwicklung seit etwa zehn Jahren sicher heute nicht in Panik geraten, dafür ist der derzeit auf der Erde greifbare schimmernde Goldwürfel mit einer Kantenlänge unter 22 m (www) doch zu klein und der derzeitige wert von ca. 7 Billionen teuro sicher noch viel zu gering bei dem vielen rumgeisternden it- Papier und den Super- Schulden wo auch immer. Sicher, befänden wir uns auf der "Titanic" sähe die Perspektive für Gold im Schiffsgeldschrank anders aus doch das traurige Unglück ist Geschichte, wie die des schimmernden Goldes seit Jahrtaussenden nach dem Motto "Nach dem Golde strebt die Welt".

  • Enttäuschend und sehr durchschaubar, wie immer und immer wieder versucht wird den Lesern Müll anzudrehen. Aus welchem Grund sollte den "besichertes" Papier besser oder bequemer sein als ein Rohstoff ohne Emmitent? Ich fürchte die Zeit wird kommen, in der es bequemer sein wird Mit Unzen einzukaufen statt Sicheres Geld von seiner sicheren Bank zu holen.

  • Die Förderkosten für eine Unze Gold liegen - je nach Mine - zwischen 500 und 1500 (Südafrika) Dollar.
    Für den Goldpreis dürfte jedoch entscheidender sein, ob der Bestand an physischem Gold ins "Rutschen" kommt, ob die Goldbesitzer "kalte Füße" bekommen oder nicht.
    Derzeit wird von interessierter Seite kräftig daran gearbeitet, die Temperatur unter den Füßen abzusenken; deshalb ist bei plötzlichen Preiserholungen Vorsicht angesagt. Der Goldpreis kann noch weiter fallen, um dann allerdings vor dem großen "Schuldenknall" zur fulminanten Erholung anzusetzen.

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