Chartanalyse
VW-Vorzüge vor dem Comeback

Die Börsenturbulenzen der vergangenen Tage mit heftigen Kurseinbrüchen konnten den VW-Vorzügen charttechnisch kaum etwas anhaben. Der seit 2009 bestehende Aufwärtstrend bei den Vorzugsaktien ist immer noch intakt. Wie Anleger profitieren können.
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DüsseldorfDer Kurs der VW-Vorzüge notiert derzeit leicht über 100 Euro, einem entscheidenden Punkt, den Jörg Scherer von HSBC Trinkaus ermittelt hat. Denn dort laufen gleich mehrere wichtige Marken zusammen, die aus der Vergangenheit stammen: Die untere Linie des langfristigen Aufwärtstrendkanals, eine Widerstands-/Unterstützungslinie, die ihren Beginn im Herbst 2011 hatte und ein kleiner Seitwärtstrendkanal, der sich aus den Auf- und Abwärtsbewegungen der vergangenen Wochen gebildet hat.

„Zuletzt hat der Aktienkurs um mehr als 38 Prozent korrigiert, wenn man die gesamte Aufwärtsbewegung seit November 2008 betrachtet“, so Scherer. Jetzt sei es an der Zeit für eine Gegenbewegung, da auch andere technische Indikatoren positive Signale geben würden. Das Kursziel sieht er zunächst bei 115 Euro.

Eine solche Fixierung auf eine einzelne Marke wie die bei 100 Euro birgt allerdings auch immer die Gefahr, dass mehrere Verkaufssignale ausgelöst werden, falls diese nach unten durchbrochen wird. Wie in der Charttechnik üblich gilt auch hier die Drei-Prozent-Regel. Das bedeutet, dass der Aktienkurs die Marke um mindestens drei Prozent unterschritten haben muss, damit die Verletzung auch tatsächlich „amtlich“ ist.

„Ab 97 Euro wird es also ungemütlich“, sagt Scherer. Dann liegen die nächsten Haltepunkte bei 90 oder bei gut 75 Euro.“ Zu den Kurseinbrüchen hinzu kommt der starke Anstieg der Kursschwankungen im Zuge der jüngsten Auf- und Abwärtsbewegungen, der anhand der Volatilität gemessen wird. Damit steigt zwar das Risiko für Zertifikateanleger, dass wichtige Schwellen bei den Papieren verletzt werden, im Gegenzug bieten sie aber attraktive Konditionen.

Gerade bei Discountzertifikaten und Bonuszertifikaten hat die Entwicklung der Volatilität erheblichen Einfluss auf die Kurse. Auf 58 Prozent für einen Monat ist die Volatilität der VW-Aktie gestiegen, für ein Jahr liegt sie immerhin bei 39 Prozent.

Discountzertifikate

Basiswert (WKN)
Kurs
Stand: 27.9.2011

Volkswagen Vz. (766403)
104,60 €

WKNVT0YJ7CM67ZH
EmittentVontobelCommerzbank
Laufzeit23.12.201122.03.2012
Briefkurs / Spread100,00 € / 0,04%95,69 € / 0,1%
Discount4,44%8,51%
Cap120,00 €115 €
Outperformance bis125,58 €125,70 €
Seitwärtsrendite4,65%9,31%
Seitwärtsrendite p.a.19,57%19,25%
max. Rendite20,06%20,17%
max. Rendite p.a.84,39%41,71%

Die beiden ausgesuchten Discountzertifikate von Vontobel und der Commerzbank bieten eine jährliche Seitwärtsrendite von etwa 19 Prozent. Die Restlaufzeit von drei beziehungsweise sechs Monaten haben wir wegen der unüberschaubaren Börsensituation absichtlich kurz gewählt. Die Caps liegen bei 115 und 120 Euro.

Capped Bonuszertifikate

Basiswert (WKN)
Kurs
Stand: 27.9.2011

Volkswagen Vz. (766403)
104,60 €

WKNDE0X17DE1ENT
EmittentDeutsche BankDeutsche Bank
Laufzeit21.03.201221.03.2012
Briefkurs / Spread100,80 € / 0,3%99,21 / 03%
Aufgeld-3,76%-5,21%
Bonuslevel / Cap120,00 €115,00 €
Absicherungsniveau85,00 €80,00 €
Sicherheitspuffer18,66%23,55%
Bonusrendite 19,32%15,65%
Bonusrendite p.a.40,18%32,54%
max. Rendite 19,32%15,65%
max. Rendite p.a.40,18%32,54%


Eine – hinsichtlich Bonuslevel und Sicherheitspuffer – konservativere und eine etwas offensivere Variante haben wir bei den Capped Bonuszertifikaten gewählt. Beide Zertifikate werden im März kommenden Jahres fällig und bieten eine maximale Rendite von 16 beziehungsweise 19 Prozent.

Jörg Scherer ist Leiter der Technischen Analyse bei HSBC Trinkaus. Der Certified Financial Technican (CFTe) ist Gewinner des 2007er Awards der Technischen Analysten Deutschlands und Verfasser des Newsletters „HSBC Daily Trading“.

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