Clearing
Mehr Sicherheit bei Kreditderivaten

Eurex und Intercontinental Exchange erhalten von der US-Aufsicht grünes Licht für das Clearing. Die Abrechnungs-Plattformen beider Börsen dürfen nun als zentrale Kontrahenten für im Freiverkehr direkt zwischen Banken kreierten und gehandelten Credit Default Swaps in Europa agieren. Das Ausfallrisiko wird so geringer.

FRANKFURT. Bei der Abrechnung und Abwicklung - dem Clearing - von Kreditderivaten gibt es weitere Fortschritte. Die US-Aufsichtsbehörde SEC hat den Clearinghäusern der beiden Terminbörsen Eurex und Intercontinental Exchange (ICE) jetzt endgültig grünes Licht gegeben. Die Abrechnungs-Plattformen beider Börsen dürfen damit als zentrale Kontrahenten für im Freiverkehr direkt zwischen Banken kreierte und gehandelte Credit Default Swaps (CDS) in Europa agieren. Bekanntlich gelten Kreditderivate wie CDS als eine Keimzelle der globalen Wirtschaftskrise. CDS sichern Anleger und Banken gegen Kreditausfälle, im schlimmsten Fall gegen den Konkurs eines Kreditnehmers ab.

Politiker auf beiden Seiten des Atlantiks machen seit geraumer Zeit Druck, Kreation und Handel von Kreditderivaten vom wenig regulierten Freiverkehr (OTC) auf kontrollierte Börsen-Plattformen zu heben und dort rechnerisch abzuwickeln. Bei OTC-Geschäften tragen Akteure das volle Ausfallrisiko des Vertragskontrahenten. Bei der Nutzung von Clearinghäusern als zentralen Kontrahenten - sogenannten CCP ist das Ausfallrisiko deutlich geringer.

Die SEC hatte in der Vergangenheit bereits den Clearingstellen der ICE und der Chicago Mercantile Exchange sowie der britischen LCH Clearnet eine vorläufige Genehmigung zum Clearing auf dem US-Markt erteilt. Die jetzt erteilte endgültige Genehmigung für Eurex und ICE in Europa soll dazu beitragen, die Qualität des CDS-Marktes insgesamt zu erhöhen, hieß es vonseiten der SEC. "Die Einrichtung zentraler Kontrahenten soll das Systemrisiko an den Finanzmärkten senken", sagt SEC-Chairman Mary Schapiro.

Nachdem auch die britische Aufsichtsbehörde FSA der Eurex zuletzt grünes Licht gab, kündigte die umsatzstärkste Derivatebörse der Welt den Start von Eurex Credit Clear - der europäischen Clearing-Lösung für CDS - an. Eurex Credit Clear - so der offizielle Name der Dienstleistung - ist ab 27. Juli operativ verfügbar und wird am 30. Juli starten, so die Eurex , eine Tochtergesellschaft der Deutsche Börse und der Swiss Exchange. Die Börse blieb damit hinsichtlich der Umsetzung der von neun großen Marktteilnehmern gegenüber EU-Kommissar Charlie McCreevy ausgesprochenen Selbstverpflichtung zur Schaffung einer Clearing-Lösung im Zeitplan. Eurex Clearing - die Abrechnungs-Plattform der umsatzstärksten Terminbörse der Welt - wird ab dem 30. Juli CCP-Lösungen für CDS auf europäische iTraxx-Indizes und europäische Einzelwerte an bieten. "Wir sehen das als einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Stabilität und Integrität von OTC-Derivaten", hieß es aufseiten der Eurex.

Zu Beginn wird die Eurex Clearing-Dienstleistungen für europäische CDS-Produkte auf iTraxx-Benchmark-Indizes und 17 Einzelwerte aus den iTraxx-Index-Werten der Energieversorger-Branche bieten. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann das Clearing für alle im iTraxx-Index enthaltenen Einzelwerte angeboten werden.

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