Credit Default Swaps
Höhere Risikoprämien am Zertifikatemarkt

Die Aktienkurse im Bankensektor sind kräftig gestiegen. Am Kreditmarkt werden die Institute aber weiter kritisch beäugt. Die Risikoprämien von Kreditausfallversicherungen der Zertifikate-Emittenten in Deutschland sind so hoch wie seit Oktober 2008 nicht mehr. Käufer von Discountzertifikaten können in der Folge mit steigenden Renditen rechnen.

DÜSSELDORF. Seit einigen Wochen ziehen die Preise für Kreditversicherungen für Banken wieder an. Ablesen lässt sich dies an den veränderten Risikoprämien für Credit Default Swaps (CDS), mit denen sich Zahlungsausfälle absichern lassen, falls Banken ihre Anleihen nicht mehr zurückzahlen können.

"Im Durchschnitt sind die CDS in den letzten 14 Tagen signifikant gestiegen und liegen derzeit bei über 215 Basispunkten (plus zehnt Prozent)", sagt Sasa Perovic, Analyst bei der Ratingagentur Scope.

Das hat auch Auswirkungen auf kurz laufenden Discountzertifikate. Denn die CDS-Werte sind der zentrale Maßstab für die Sicherheit der Emittenten. Je höher die CDS-Werte für Kredite und Schuldverschreibungen eines Instituts, desto größer schätzt der Markt das Bonitätsrisiko einer Schuldnerbank ein. Und größere Risiken müssen am Kapitalmarkt in der Regel besser vergütet werden.

Mittlerweile liegen die CDS-Werte bei den Zertifikate-Emittenten durch die Bank oberhalb von 100 Punkten. Selbst der CDS-Wert der Commerzbank, hinter der immerhin zu einem Viertel der Bund steht, hat sich in zwei Wochen um fast 40 Prozent verteuert und notiert mittlerweile bei knapp 137 Punkten.

"Ein so hohes durchschnittliches CDS-Niveau wie derzeit konnten wir bisher nur im Oktober 2008 verzeichnen", sagt Rating-Experte Perovic. "Rechnet man auch die extremen Ausreißer mit, so liegt das durchschnittliche Niveau sogar bei über 330 Basispunkten, was zeigt, dass die Kreditausfallrisiken am Markt nach wie vor akut sind. Es gibt aber auch positive Beispiele. So ist der Wert für Goldman Sachs gesunken".

In den Renditen von Discountzertifikaten hat sich das steigende CDS-Niveau bisher nicht niedergeschlagen. Doch das könnte sich mittelfristig ändern: "Steigende CDS bedeuten höhere Ausfallrisiken, für die die Anleger eine Kompensation in Form von höherer erwarteter Rendite erhalten wollen", erläutert Perovic. Die dann besseren Konditionen dürften aber nicht über das höhere Ausfallrisiko hinwegtäuschen: Rechne man dieses Risiko theoretisch in die erwartete Rendite mit ein, so dürfte sich die Attraktivität von Zertifikaten zumindest insgesamt nicht verbessern.

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur
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