Das Investment
Geldmarktfonds geraten kräftig unter Druck

Die französische Fondsgesellschaft Axa Investment Management hat für ihren geldmarktnahen Dachfonds Axa Trésorerie Plus eine klare Zielvorgabe: Er soll über zwölf Monate mindestens 80 Basispunkte mehr als der Geldmarkt-Index Eonia erwirtschaften. Zum Stichtag 31. Juli wurde dieses Ziel jedoch gründlich verfehlt.

HAMBURG. Die französische Fondsgesellschaft Axa Investment Management hat für ihren geldmarktnahen Dachfonds Axa Trésorerie Plus eine klare Zielvorgabe: Er soll über zwölf Monate mindestens 80 Basispunkte mehr als der Geldmarkt-Index Eonia erwirtschaften. Zum Stichtag 31. Juli wurde dieses Ziel jedoch gründlich verfehlt: Während der Index in diesem Zeitraum um 3,66 Prozent zulegte, rutschte der Fonds mit 0,94 Prozent ins Minus und belegt damit unter 128 Geldmarktfonds den letzten Platz (Tabelle).

Das schlechte Ergebnis resultiert vor allem aus den Turbulenzen, die von der US-Hypothekenkrise ausgelöst wurden. So verlor der für deutsche Privatanleger nicht zugängliche Fonds allein im Juli 3,44 Prozent, was er ausgerechnet einem hauseigenen Zielfonds verdankt. „Wir waren mit einer größeren Position im AXA WF US Libor+ investiert, dessen Anteilspreis aufgrund des Schwerpunkts auf dem US-Hypothekenmarkt im Juli um rund 22 Prozent eingebrochen ist“, kommentiert Axa-Manager Jean-Pierre Hellebuyck das schlechte Ergebnis. Trotz des stark gesunkenen Anteilspreises hat der Axa-Manager diese Position komplett aufgelöst, da er vorerst nicht mit einer schnellen Erholung des US-Hypothekenmarktes rechnet. In der Folge verbuchte der Fonds im August wieder ein hauchdünnes Plus von 0,05 Prozent.

Der Cominvest Short Term Plus verzeichnete im gleichen Zeitraum dagegen ein Minus von 0,89 Prozent. „Die Engagements in einigen Kurzläufern waren von der jüngsten Zinsentwicklung betroffen“, begründet Cominvest-Manager Stefan Lachhammer das schwache Abschneiden im August. Per Ende Juli konnte sich der Fonds mit einem Plus von 3,70 Prozent auf Zwölf-Monats-Sicht noch auf Platz drei sonnen.

Obwohl er mit 60 Prozent des Portfolios in aktuell wenig gehandelten Forderungen aus Hypotheken oder Autofinanzierungen – Asset Backed Securities oder kurz ABS genannt – investiert ist, beunruhigt die US-Krise Lachhammer eigenen Worten zufolge nicht. „Wir beschränken uns ausschließlich auf europäische Papiere, die grundsätzlich besichert und mit hohen Bonitäten unterlegt sind“, erläutert er. Trotz des hohen Engagements in diesen zuletzt in die Schlagzeilen geratenen Titeln sei eine vorübergehende Schließung des Fonds kein Thema gewesen. „Da der Anlagehorizont bei mindestens sechs Monaten liegt, haben wir keine gravierenden Nettomittelabflüsse verzeichnet“, sagt Lachhammer, der der Krise auch positive Seiten abgewinnt: „Zum einen dürfte nun wieder eine größere Disziplin am Markt herrschen, zum anderen bieten sich derzeit attraktive Kaufgelegenheiten.“

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