Defensive Anlagezertifikate
Drei mal drei Leitindizes auf einen Streich

Nach den Kursturbulenzen an den globalen Aktienmärkten steigt bei Anlegern der Wunsch nach defensiven Anlageprodukten, mit denen sich diversifiziert in internationale Leitindizes investieren lässt. Emittenten bieten nun vermehrt Produkte auf einen Korb mit den Börsenbarometern Euro Stoxx 50, S&P 500 und Nikkei 225 an.

Die Barclays Bank bietet mit dem „Global Twin Win Express Zertifikat“ (WKN: BC0BNX) ein Produkt auf das Indextrio an, das Anlegern nicht nur bei steigenden, sondern auch bei fallenden Kursen Gewinne bescheren soll. Erreicht wird das durch die bekannte Twin-Win-Funktionalität: Steigt der Basiswert eines Twin-Win-Papiers über das Ausgangsniveau, partizipiert der Investor an den Kursgewinnen – meistens mit einem Hebel zwischen 110 und 200 Prozent. Notiert der Basiswert stattdessen unter seinem Anfangsniveau, werden diese Verluste vollständig in Gewinne umgewandelt, solange die Verluste einen zuvor festgelegten Wert nicht überschreiten (Barriere). Reicht der Sicherheitspuffer zwischen Ausgangsniveau des Basiswerts und der Barriere nicht aus, ist der Traum vom sorglosen Investieren aber mit einem Schlag ausgeträumt. Zwar bleibt der Hebeleffekt bei Kursen über dem dann weit entfernten Ausgangsniveau weiter intakt. Mögliche Kursverluste zum Laufzeitende trägt der Anleger nun aber in vollem Umfang.

Die Konstruktion des neuen Zertifikats, das seit dem 12. Juli gehandelt wird, unterscheidet sich in einigen wichtigen Details von den am häufigsten auf dem Markt anzutreffenden Twin-Win-Varianten, die nur auf einem einzigen Index oder Rohstoff basieren. Der erste Unterschied betrifft die Partizipationsrate bei steigenden Basiswertkursen. Im Gegensatz zu vielen Produkten dieses Zertifikatetyps, die positive Wertentwicklungen hebeln, muss der Käufer des Barclays-Papiers mit einer 1:1-Beteiligung an möglichen Kurszuwächsen des gleichgewichteten Indexkorbs vorlieb nehmen.

Hinzu kommt, dass das Papier nicht mit einer, sondern gleich drei Barrieren versehen ist, die bei 70 Prozent der jeweiligen Einzelindex-Kurse des Festlegungstags angesetzt wurden. Nur wenn keine einzige dieser Schwellen während der zweijährigen Laufzeit des Zertifikats berührt oder unterschritten wird, gibt es für den Anleger auf jeden Fall eine positive Rendite. Trotz gefallener Aktienkurse kann das Zertifikat dann ein Plus von maximal 30 Prozent (max. 13,41 Prozent p.a.) verbuchen. Nach oben sind die Gewinnmöglichkeiten nicht gedeckelt.

Während also bei Kurszuwächsen die Entwicklung des Durchschnittswertes der im Korb enthaltenen Leitindizes für die Rendite des Investors maßgeblich ist, kommt diese Methode bei der Prüfung der Barriereverletzung nicht zum Einsatz. Die nach risikosenkender Diversifikation klingende Indexvielfalt im Korb entpuppt bei fallenden Kursen also als Nachteil im Vergleich zu Twin-Win-Zertifikaten mit ähnlichen Konditionen, die jedoch nur auf einem Einzelwert basieren.

Außer bei steigenden und unter den genannten Bedingungen gefallenen Kursen hat der Käufer dieses Papiers noch eine weitere Möglichkeit eine positive Rendite zu erzielen: Die Emittentin hat das Recht das Zertifikat vorzeitig zurück zu zahlen. Erstmals am 12. Januar 2007 zu 105 Prozent (7,86 Rendite p.a.). Danach zum 16. Juli 2007 zu 110 Prozent (8,81 Prozent p.a.) oder am 14. Januar 2008 zu 115 Prozent (8,98 Prozent p.a.).

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