Der indirekte Weg
Wie Anleger auf Gold spekulieren können

Auch in Form von Zertifikaten und Fonds ist das Edelmetall für Anleger attraktiv. Investiert man in letztere, kann man sich die Barren sogar nach Hause liefern lassen, zahlt aber dafür auch mehr Gebühren. Die Investition sollte sich dennoch lohnen – denn schrumpft die Goldförderung, steigt der Preis.
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UNKEL. Die Endlichkeit der Goldreserven ist derzeit bei Anlegern das stärkste Kaufargument. Während sich Geld unendlich drucken lässt, besitzt Gold eine Art Inflationsschutz. Das ist auch der Grund, warum der Verkauf von Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) boomt.

Der weltweit größte Gold SPDR Gold Trust-Fonds (WKN A0Q27V) meldete Anfang September einen Rekordbestand von 1 302 Tonnen Gold. Auch der Tresor des in Deutschland meistverkauften Gold-Fonds "Xetra-Gold" von der Deutschen Börse (WKN A0S9GB) füllt sich beständig. Ende 2009 waren es laut Prospekt des Emittenten 35,4 Tonnen. Derzeit lagern rund 50 Tonnen im deutschen Zentraltresor für Wertpapiere in Frankfurt.

Auch Gold-Zertifikate rücken immer mehr in den Fokus der Anleger. Hauptgrund: "Gold-Zertifikate sind günstiger als Gold-Fonds. Denn Lagerkosten oder Management-Gebühren fallen keine an", sagt Florian Roebbeling vom Institut für Zertifikateanalyse (IZA). Der Vorteil des Fonds, nämlich sich Barren nach Hause schicken zu lassen, beinhaltet gleichzeitig einen Nachteil: Die Lagerung von physischem Gold in Tresoren kostet Gebühren. Die müssen Fonds-Anleger im Gegensatz zu Zertifikate-Anlegern zahlen. Bei Xetra-Gold sind es 0,357 Prozent pro Jahr.

Machen Fonds-Anleger von ihrem Recht Gebrauch und lassen sich Gold aushändigen, erfahren sie zudem, dass der jeweils aktuelle Fonds-Preis nur einen theoretischen Wert hat. "Der Preis von Xetra-Gold orientiert sich am aktuellen Spot-Preis von Gold. Doch zu diesem Preis wird niemals Gold geliefert. Die Formung von Barren, der Transport und die Versicherung kosten Geld. Das Alles müssen Anleger zahlen, wenn sie sich Barren aus dem Fonds liefern lassen", erklärt Önder Ciftci, Gründer des Edelmetallhändlers Ophirum.

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  • Der indirekte Weg ist ja genau das was vermieden werden soll wenn jemand Gold kauft.
    Der "Whistleblower" Andrew MacGuire hat sehr eindrucksvoll bestätigt, das Comex perse ca. 100fach überzeichnet ist, sprich 100 mal mehr Verträge über garantiert hinterlegtes und lieferbares Gold verkauft als es tatsächlich Gold besitzt.
    ich kaufe Gold um einen konkreten Wert zu halten.
    Wenn ich in leere Versprechungen investieren will, wo mein investment durch clevere Strategien im Kleingedruckten im Prinzip nur vom mir weg transferiert werden soll, spreche in mit banken und Versicherungen.

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