Derivate
Anleger setzen auf Dax-Erholung

Auf dem Derivate-Markt glauben die Anleger fest an eine Dax-Erholung. Nach sechs Handelstagen im Minus gehen die Investoren davon aus, dass es von nun an wieder bergauf gehen muss.
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FrankfurtTrotz des mehr als fünfprozentigen Kursrutsches im Dax haben Anleger am Derivatemarkt stoisch auf eine Erholung an den Aktienbörsen gesetzt. „Nach sechs Handelstagen mit teils herben Kursverlusten gehen die Investoren einfach davon aus, dass es irgendwann wieder bergauf gehen muss“, sagte Derivatehändler Norbert Paul von der Euwax am Montagnachmittag. Der Euwax-Sentiment-Index notierte über 30 Punkte im Plus und zeigte damit einen Überhang der Put-Verkäufe und Call-Käufe an.

Der Dax beschleunigte seine Talfahrt nach Eröffnung der US-Börsen und sackte zeitweise um mehr als fünf Prozent auf 5911 Zähler ab. In der vergangenen Woche war er bereits um rund 13 Prozent abgerutscht. Die Ratingagentur S&P hatte am Wochenende der USA erstmals die Bestnote bei der Kreditwürdigkeit entzogen und damit die Angst vor weiteren massiven Kursstürzen an den Finanzmärkten geschürt.

Dessen ungeachtet griffen Anleger bei einem Turbo-Call auf den Dax der Commerzbank mit Basispreis bei 5687,35 und Knock-Out-Barriere bei 5780 Punkten zu. Bei einem Turbo-Put der Deutschen Bank mit Basispreis und Knock-Out bei 6450 Stellen, der am Morgen noch massiv gekauft worden war, strichen Investoren dagegen Gewinne ein.

Hoch im Kurs standen zudem Scheine auf den Bund-Future. Dort setzten Anleger ebenfalls auf eine Gegenbewegung, in diesem Fall aber auf einen Rücksetzer des Terminkontrakts für deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit. So wurden ein Turbo-Put der Commerzbank mit Knock-Out bei 134,98 Zählern ebenso geordert wie ein Turbo-Put des selben Emittenten mit Knock-Out bei 133,80 Punkten. Der Bund-Future legte um bis 99 Ticks auf 133,67 Zähler zu.

Uneinheitlich war das Bild bei einem Turbo-Put auf den Goldpreis der Deutschen Bank mit Basispreis und Knock-Out-Barriere bei 1805,94 Dollar. Anleger kauften und verkauften den Schein im gleichen Maße. „Das waren eher kurzfristige Spekulationen der Investoren“, sagte Derivatehändler Paul. Der Preis für das Edelmetall stieg auf ein Rekordhoch von 1715 Dollar pro Feinunze. Gold und Bundesanleihen werden von Anlegern in unsicheren Zeiten gern als „sicherer Hafen“ genutzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Derivate: Anleger setzen auf Dax-Erholung"

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  • Kann natürlich morgen in jede Richtung weitergehen. Ich habe jedenfalls heute günstig zugekauft und werde dies auch morgen tun wenn die Kurse fallen.

    Denn ich gehe erstens stark davon aus, dass morgen die FED QE3 verkündet. Bernanke hat mit Mühe einen Vermögenseffekt an den Börsen erzeugt um den Konsum zu stützen, und er wird jetzt nicht zulassen dass man ihm diese Arbeit kaputt macht.

    Und wer heute genau hingeschaut hat, der hat bereits die europäische Variante von QE gesehen. Für die Märkte ist damit das Thema Umschuldung vom Tisch und die Geldmenge kann weiter wachsen. Auch Frankreich wird sich bald am EZB Honigtopf laben, falls das Rating fallen sollte.

    Man muss aber vor allem eins festhalten: In den letzten Tagen ist der nominale Wert des Welt-Sachwertvermögens massiv geschrumpft während gleichzeitig das Welt-Geldwertvermögen massiv gewachsen ist.

    Ich rechne daher stark damit dass sich diese Spreizung bald wieder auflösen wird. Ich rechne nicht mit neuen Jahreshochs, aber so auf halber Höhe könnte man sich einpendeln und dann erst mal seitwärts laufen.

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