Derivate-Branche: Derivatemarkt setzt Rekordjagd fort

Derivate-Branche
Derivatemarkt setzt Rekordjagd fort

Kein Ende des Booms: Nach Meinung von Experten steht die deutsche Derivate-Branche auch 2008 vor einem weiteren Rekordjahr; doch nach Jahren des Erfolges warten auf die Branche zahlreiche Herausforderungen. Um neue Anleger zu erreichen, sind vor allem mehr Aufklärung und Transparenz notwendig.

FRANKFURT. Noch mehr Themen, noch mehr Strukturen und vor allem immer mehr Produkte – die deutsche Derivate-Branche steht nach Meinung von Experten 2008 vor einem weiteren Rekordjahr. Allerdings nehmen nicht nur das Produktangebot und das in Zertifikate und Hebelprodukte investierte Vermögen zu, sondern auch die Herausforderungen für die Emittenten dieser Wertpapiere. Wollen sie neue Anlegerschichten erschließen, müssen die Banken noch mehr für die Transparenz ihrer Produkte tun. Zudem droht Derivaten im zweiten Halbjahr eine kurze Schwächephase, weil sie aus steuerlicher Sicht gegenüber Fonds dann vorübergehend schlechtergestellt werden (siehe „Steuerdelle droht ...“).

In der erfolgsverwöhnten Branche – seit 2005 wuchs das Marktvolumen von 80 Mrd. auf mehr als 140 Mrd. Euro – herrscht dennoch Optimismus: „Das Volumen wird weiter steigen“, ist Ralph Stemper, Derivate-Experte der Commerzbank, überzeugt. Und auch Lars Brandau, designierter Co-Geschäftsführer der neuen Branchenorganisation Deutscher Derivate-Verband, sieht keinen Grund, „am weiteren Wachstum des Marktes zu zweifeln“.

Seine Zuversicht stützt Brandau unter anderem darauf, dass Zertifikate, die vor allem Privatanleger ansprechen, nach wie vor wenig bekannt sind: „Über 80 Prozent der Deutschen haben wir bisher noch nicht erreicht. Da steckt ein gewaltiges Potenzial.“ Um neue Anleger zu erreichen, seien aber mehr Aufklärung und Transparenz nötig. Zu den Zielen des neuen Verbandes zählt Brandau daher, ein Rating für Zertifikate zu entwickeln, das Angebot an Seminaren und Schulungen zu verbessern sowie die verschiedenen Produktarten noch besser zu kategorisieren und zu erklären.

Leicht werden die Banken ihm diese Aufgabe nicht machen. Tag für Tag für Tag bringen sie Hunderte neuer Papiere auf den Markt, darunter regelmäßig Strukturen, die die bekannten Produkttypen wie Bonus- oder Expresszertifikate mit zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen noch ein Stück komplizierter machen. Und ein Ende der Emissionsflut ist nicht in Sicht. Die Zahl der börsengelisteten Derivate in Deutschland, die heute bei rund 275 000 liegt, dürfte Schätzungen zufolge schnell auf über 350 000 steigen.

Neben Kurzläufern, die Anlegern noch bis Mitte nächsten Jahres steuerfreie Gewinne ermöglichen, dürften 2008 vor allem Garantiezertifikate und Aktienanleihen im Fokus stehen, weil sie künftig steuerlich bessergestellt werden. Auch erwarten Emittentenvertreter, dass sich der Trend zu sogenannten Multiprodukten, also Zertifikaten, die sich auf drei oder vier Aktien oder Indizes beziehen, verstärken wird. Zudem werden sich Fonds und Zertifikate weiter annähern, sei es über neue Zertifikatefonds oder strukturierte Fonds, die bekannte Zertifikatespielarten wie Bonus- oder Discount-Strukturen im Fondsmantel aufgreifen.

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