Derivate erleichtern die Investition: Mit Bonus vom China-Boom profitieren

Derivate erleichtern die Investition
Mit Bonus vom China-Boom profitieren

Wer als Anleger mit Derivaten von Chinas boomender Wirtschaft profitieren möchte, hat vielfältige Möglichkeiten: Er kann auf chinesische Aktien oder Indizes setzten, Rohstoffzertifikate auf Zement, Öl, Aluminium oder Kohle kaufen, weil Rohstoffe in China sehr gefragt sind und die Preise tendenziell steigen.

Oder er kann auf Kursgewinne europäischer oder amerikanischer Unternehmen mit starker China-Aktivität spekulieren. Einige Banken wie zum Beispiel die Deutsche Bank haben für ihre Kunden diesbezüglich spezielle Listen von Titeln mit besonderem "Asienpotenzial" zusammengestellt.

Wichtig sei, so die einhellige Meinung der Experten, dass Investoren sich bei einem China-Engagement sehr sorgsam für einen geeigneten Basiswert entscheiden, über dessen Entwicklung sie sich auch eine dezidierte Meinung bilden können. Erst dann lässt sich ein entsprechendes Derivat auswählen. "Grundsätzlich ist diese Regel beim Kauf von Derivaten einfach umzusetzen", sagt Dirk Heß, Executive Director und Derivatespezialist bei Goldman Sachs in Frankfurt. Allerdings sei dies für Anleger bei chinesischen Aktien nicht einfach.

Kein Wunder, wo doch der Aktienmarkt im Reich der Mitte stark segmentiert und teils strikt reguliert ist. Nicht alle Segmente sind ausländischen Investoren überhaupt zugänglich. "Ausländer dürften nur B- und H-Shares sowie die so genannten Red Chips erwerben", erläutert Heß. B-Shares sind Aktien von Unternehmen mit Sitz in China. Sie werden entweder in Hongkong-Dollar an der Börse in Shanghai oder in US-Dollar an der Börse in Shenzen gehandelt. Fachleute bewerten diesen Markt jedoch als nicht sehr bedeutend und wenig liquide.

Banken empfehlen Derivate auf Aktienindizes

H-Shares sind Aktien chinesischer Unternehmen, die in US-Dollar an der Hongkonger Börse gehandelt werden. Auf dieses Segment beziehen sich auch die beiden bekannten Aktienindizes: der seit 1969 veröffentlichte Hang Seng und der seit 1994 berechnete Hang Seng China Enterprises (HSCE) Index. Red-Chips sind Aktien von Unternehmen mit Sitz in Hongkong, an denen die Regierung der Volksrepublik China eine hohe Beteiligung hält. Auch diese Aktien werden in Hongkong-Dollar an der Hongkonger Börse gehandelt. Die Einschätzung, wie sich einzelne Titel entwickeln werden, bleibt auch mit diesem Wissen für europäische Investoren schwierig. Der Grund: Chinesische Unternehmen unterliegen anderen Veröffentlichungspflichten, sind deshalb weniger transparent und aufwendiger zu analysieren.

Die meisten Banken und Investmenthäuser bieten ihren von China begeisterten Kunden deshalb Derivate auf Aktienindizes an. Das hat den Vorteil, dass die Anleger nicht jeden einzelnen Werten analysieren müssen. "Außerdem ist die Grundlage des Investments breit gestreut und diversifiziert", sagt Stefan Armbruster, Direktor des Bereichs x-markets bei der Deutschen Bank in Frankfurt. Besonders gefragt aus der breiten Produktpalette auf Indizes seien derzeit Bonuszertifikate. Anleger können mit ihnen in voller Höhe von Indexsteigerungen profitieren und sich mit einem Risikopuffer gegen Kursverluste absichern.

Bonuszertifikate bieten interessante Chancen

Derartige Produkte passen sehr gut zu den Erwartungen über Chinas Entwicklung. "Wir trauen der Wirtschaft dort weiterhin hohe Wachstumsraten in der Größenordnung von rund 8 % zu", sagt Stefan Keitel, Chefstratege der Credit Suisse Deutschland AG in Frankfurt. Er betont zwei für die positive wirtschaftliche Entwicklung Chinas sehr bedeutsame Aspekte besonders: Zum einen richte China im Jahre 2008 die Olympischen Spiele aus. Zum anderen sei die private Sparquote mit über 40 % sehr hoch. Beides deute auf mittel- bis langfristig positive Investitionen und eine gute Nachfrage-Perspektive hin. Negativ hingegen seien etwa die gestiegene Inflation sowie Überhitzungstendenzen vor allem im Immobilienbereich. Deshalb sei in der nächsten Zeit mit Kurskorrekturen an Chinas Börsen zu rechnen.

Bonuszertifikate scheinen daher für China-Interessierte mit langfristigem Anlagehorizont ein ideales Investment. Sofern der Index, auf den das Zertifikat begeben wurde, eine bestimmte untere Barriere während der Laufzeit weder berührt noch unterschreitet, erhält der Anleger bei Fälligkeit mindestens seinen Kapitaleinsatz plus einer Bonuszahlung zurück. Die Bonushöhe bewegt sich mehrheitlich auch im Rahmen von 20 bis 50 % und ist meist genauso hoch wie der Absicherungspuffer. Entwickelt sich der Index zum Laufzeitende sogar besser als erwartet und steigt deutlich über den Wert des Bonus hinaus, partizipiert der Anleger in vollem Umfang an diesem Kursanstieg. Sollte der zugrunde liegende Index während der Laufzeit jedoch unter die Absicherungsbarriere fallen, wird das Bonuspapier zu einem einfachen Indexzertifikat: Der Anleger verliert den Anspruch auf die Bonuszahlung und partizipiert fortan eins zu eins an der Performance des Indexes.

Die Frage, die sich jetzt noch stellt: Auf welchen chinesischen Index sollten Investoren setzen, um erfolgreich von der wirtschaftlichen Dynamik Chinas zu profitieren? Letztlich muss das der Anleger natürlich selbst entscheiden. Doch die Emittenten bieten für unterschiedlichste Anlagestrategien mehrere Varianten an: Die französische Société Générale offeriert Bonuszertifikate auf den Hang Seng wie auf den HSCE, die Investmentbank Goldman Sachs auf den FTSE/Xinhua China 25 Index. Dieser Index beinhaltet Titel aus allen Segmenten des chinesischen Aktienmarktes, die ausländischen Anlegern zugänglich sind. Die Deutsche Bank wählte für ihr Bonuszertifikat einen Indexkorb aus dem umfassenden Nikkei 225, dem HSCE sowie dem MSCI Taiwan Industrial.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%