Derivate
Helaba übernimmt Zertifikate-Geschäft der WestLB

Nach der Aufspaltung der WestLB übernimmt die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) das Zertifikate-Geschäft der Landesbank aus NRW. Auch einige Mitarbeiter will die Landesbank übernehmen.
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FrankfurtDie Helaba übernimmt das Zertifikate-Geschäft der aufgespaltenen WestLB . Im Zuge dessen werde ein Teil der Mitarbeiter des Zertifikate-Teams der ehemaligen WestLB zu dem Institut wechseln, teilte die Helaba am Dienstag mit. Zudem werde sie einen Großteil der bestehenden Papiere der WestLB übernehmen.

Die WestLB war nach jahrelangem Streit mit der EU-Kommission Ende Juni aufgespalten worden. Reuters hatte bereits Ende Juni aus Kreisen vermeldet, dass im Zuge dessen eine Übernahme des Zertifikate-Geschäftes der Düsseldorfer durch die Helaba bevorstehe.

Bislang ist die Helaba als Zertifikate-Emittent öffentlich kaum in Erscheinung getreten. Die Landesbank beschränkt sich auf wenige kapitalgeschützte Produkte, die sie über Sparkassen vertreibt. Im Jahr 2011 brachte sie 166 Zertifikate heraus, 2012 waren es bislang rund 125. Anleger halten diese Produkte in der Regel bis zum Laufzeitende, es gibt keinen regen Handel.

Das Geschäft der WestLB lief anders: Sie hat deutlich mehr Papiere als die Helaba emittiert - in diesem Jahr bereits rund 700. Zudem ist das Angebot an Zertifikate-Arten und Basiswerten bei den Düsseldorfern größer als bei den Frankfurtern. An der Frankfurter Derivatebörse Scoach sind im Premium-Segment rund 1800 Papiere von der WestLB gelistet, aber nur etwa 90 von der Helaba.

"In unserem Fokus bleiben unverändert transparente und nachvollziehbare Zins- und Kapitalschutzprodukte", sagte Rainer Krick, Kapitalmarktvorstand der Helaba. "Außerdem werden Aktienzertifikate wie beispielsweise Aktienanleihen und Bonus-Zertifikate im Vordergrund stehen." Damit wird das bisherige Geschäft in Richtung der ehemaligen WestLB-Strategie erweitert.

Was die bestehenden Zertifikate der WestLB angeht, so werden diese am 17. September auf die Helaba übergehen. Ab dann wird die Bonität des Frankfurter Instituts für die Rückzahlung der Papiere ausschlaggebend sein. Bis dahin werden die Zertifikate vorübergehend von der Portigon, einer Nachfolgegesellschaft der WestLB, verwaltet.

Das bisherige Zertifikate-Team der Helaba soll durch ehemalige WestLB-Mitarbeiter deutlich aufgestockt werden. Die Düsseldorfer sollen rund zwei Drittel des neuen Teams stellen, das dann etwa 30 Mann stark sein dürfte.

Momentan verwaltet die Helaba rund drei Milliarden Euro in Zertifikaten und gehört damit zu den mittelgroßen Emittenten in Deutschland. Kommen die gut 13 Milliarden Euro von der WestLB hinzu, könnte das Institut hinter dem Branchenprimus Deutsche Bank zum zweitgrößten Zertifikate-Anbieter in Deutschland aufsteigen, gemessen am verwalteten Vermögen. Bislang hat diesen Titel die Commerzbank inne, dicht gefolgt von der DZ Bank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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