Derivatemarkt
BNP Paribas kümmert sich um Macquaries Restbestände

Die BNP Paribas hat die Preisstellung und weitere Dienstleistungen für Zertifikate von Macquarie übernommen. Nach seinem Ausstieg aus dem deutschen Derivatemarkt hatte Macquarie lange nach einem Partner gesucht.
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FrankfurtZum 1. August hat BNP Paribas die Preisstellung und weitere Dienstleistungen für Macquarie übernommen. „Im Rahmen eines Servicevertrags kümmern wir uns um den Rückkauf und Serviceanfragen der Anleger für alle in Deutschland, Italien und der Schweiz emittierten Zertifikate von Macquarie und Sal. Oppenheim“, sagte Gregoire Toublanc, Leiter des deutschen Zertifikategeschäfts bei der BNP Paribas in Frankfurt am Freitag zu Reuters. Emittentin der Papiere bleibt Macquarie. Damit ist die Bonität der australischen Bank weiterhin für die Rückzahlung entscheidend.

Die australische Macquarie Group war erst im April 2010 am deutschen Derivatemarkt gestartet. Damals hatte sie das Derivategeschäft der Privatbank Sal. Oppenheim übernommen. Im Februar 2012 hatte Macquarie ihren Rückzug aus dem Zertifikategeschäft mit Privatanlegern in Europa bekanntgegeben. Bislang hatte die Bank selbst Verkaufkurse für ausstehende Emissionen gestellt, zu denen investierte Anleger Papiere zurückgeben konnten. Aktuelle Kaufkurse sind schon seit Monaten nicht mehr verfügbar.

Nun führt BNP Paribas die Services für bestehende Zertifikate von Macquarie aus. Dafür hat das französische Institut alle betreffenden Papiere in den eigenen Datenbanken erfasst und ermittelt kontinuierlich Rückkaufskurse. Insgesamt betreuen die Franzosen aktuell 1463 Emissionen bis zu deren Fälligkeit. Dabei handelt es sich überwiegend um Garantie-, Bonus- und Discountzertifikate. Größtenteils verfallen die Papiere in den kommenden beiden Jahren, spätestens jedoch 2018. Hebelpapiere sind nicht mehr darunter, weil sich von diesen keine mehr in den Anlegerdepots befinden.

Nach seinem Ausstieg aus dem deutschen Derivatemarkt hatte Macquarie lange nach einem Partner gesucht, der die vorgesehenen Dienstleistungen erbringt. Denn die Australier hatten sich in ihren Verkaufsprospekten dazu verpflichtet, bis zum Ende der Laufzeiten einen kontinuierlichen Handel mit ihren Derivaten zu ermöglichen. Zudem beinhaltet der Kodex des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) eine Quotierungsverpflichtung für ausstehende Produkte. Gesetzlich ist der dies jedoch nicht geregelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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