Die einstigen Zocker-Papiere sind zu veritablen Bausteinen für die private Altersvorsorge geworden
Zertifikate bessern die Rente auf

Wer für das Alter spart, sucht sichere und trotzdem renditeträchtige Geldanlagen. Risiken in Vorsorge-Portfolios sollten breit gestreut sein; trotzdem wollen die Sparer ihr Geld für sich arbeiten lassen. Diese Anforderungen können Anleger mit Zertifikaten verwirklichen, wenn sie einige Grundregeln beachten.

HB DÜSSELDORF. Mit dem rasanten Wachstum des Marktes für Anlagezertifikate rücken diese Produkte ins Blickfeld langfristig orientierter Anleger. Das ist auch für die Emittenten der Papiere neu, denn die ersten strukturierten Produkte waren Optionsscheine für sehr kurzfristig handelnde Anleger.

Aus diesem Grund stecken Vorsorgestrategien mit Zertifikaten noch in den Kinderschuhen. Wer sich die Papiere auf lange Sicht ins Depot legen will, muss die Auswahl selbst treffen und seine Positionen regelmäßig überprüfen. Das rapide Wachstum der Sparpläne bei Online-Banken zeigt, dass viele Sparer die Papiere attraktiv finden und nach bequemen Wegen suchen, mit Zertifikaten ihr Vermögen aufzubauen. In weniger als einem Jahr stieg die Zahl der Zertifikate, die in Sparplänen enthalten sind, von 155 auf 237.

Petra Becher, Leiterin der Derivateabteilung bei der Schweizer Bank UBS, sagt, erst durch Sparpläne könne die Altersvorsorge mit Zertifikaten zum Massenprodukt werden. „Das Problem der Sparpläne sind aber die Kosten für die Transaktionen. Deswegen gibt es das Angebot bisher nur bei Direktbanken“, sagt sie. Mit jeder Monatsrate werden den Anlegern neue Papiere ins Depot gebucht – für mindestens 2,50 Euro je Buchung (siehe „Die Sparpläne der Online-Banken).

Angeboten werden vor allem Indexpapiere, mit denen sich Anleger die Entwicklung ganzer Märkte ins Depot holen können. Sie eignen sich für langfristige Investitionen allerdings vor allem dann, wenn sie sich auf so genannte Performanceindizes beziehen und keine Laufzeitbegrenzung haben. Bei der Auswahl sollten Anleger umfassende Indizes wie den S&P 500 bevorzugen.

Als Beimischung im Depot bieten Zertifikate interessante Möglichkeiten. Denn anders als mit Fonds oder Aktien können Zertifikate-Käufer darauf wetten, dass die Märkte stagnieren oder leicht fallen. „Mit Discount-Zertifikaten lässt sich das Depot auch gegen Kursverluste absichern“, sagt Peter Grieble, Finanzberater bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, die jährlich mehr als 1 000 vermögende Anleger berät. In der Rolling-Discount-Variante gibt es diese Papiere mit endloser Laufzeit, so dass sich der Kurspuffer immer der Marktsituation anpasst.

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