Die Investmentidee
Den Index neu gewichten

Jede gute Idee hat Schattenseiten. Das gilt auch an der Börse. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat sich unter diesem Gesichtspunkt mit dem Konzept „Kauf-den-Index“ auseinander gesetzt. Ihr Fazit: Man kann diesen Investmentansatz verbessern, wenn an die Gewichtung der einzelnen Titel im Index verändert.

DÜSSELDORF. Seit Jahren entwickelt sich das Investment in Aktienindizes mehr und mehr zu einem Boom. Es bietet eine simple Alternative dazu, sich selber ein umfangreiches Depot mit einer breiten Risikostreuung zusammenzustellen. Und es ist oft kostengünstiger als Fonds, die aktiv einzelne Aktien auswählen. Indexfonds oder entsprechende Zertifikate versuchen statt dessen lediglich, das jeweils gewählte Börsenbarometer möglichst genau abzubilden. Dazu braucht man weniger Analysten - also ist es billiger. Sehr einfach lassen sich Indizes daher auch über börsengehandelte Fonds darstellen, auch Exchange Traded Funds (ETFs) genannt. Sie können an der Börse ge- und verkauft werden. Die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis ist dabei verhältnismäßig gering – jedenfalls gemessen an den Ausgabeaufschlägen konventioneller Fonds.

Und nun die Schattenseite: Bei den meisten Aktienindizes dieser Welt, auch beim Deutschen Aktienindex (Dax), spielt die Börsenkapitalisierung eine große Rolle. Ist ein Unternehmen insgesamt viel wert an der Börse, dann wird es hoch im Index gewichtet. Es spielen auch noch andere Kriterien eine Rolle, außerdem gibt es häufig Obergrenzen für die Gewichtung. Trotzdem gilt: Schwere Börsenwerte bestimmen die Indizes. Das Problem dabei: Häufig sind die Werte schwer, weil die Aktie schon gut gelaufen ist. Wer den Index kauft, läuft also Gefahr, die Stars der Vergangenheit besonders hoch zu gewichten. Und wie wir alle wissen, sind die Stars der Vergangenheit zumindest an der Börse nur selten die der Zukunft - im Gegenteil, häufig hinken sie der Wertentwicklung hinterher. Analyst Ansgar Guseck von der Kölner Fondsvermögensberatung Sauren beschreibt das Problem so: „Die Gewichtung nach Marktkapitalisierung bringt eine deutliche Prozyklik mit sich.“

Hier setzt die Helaba an. Sie schlägt eine Indexanlage mit verschobenen Gewichten vor: Schwere Werte leichter machen, leichte Werte höher gewichten. Dabei gibt es zwei Varianten: einmal eine Gleichgewichtung aller Aktien. Die zweite: Die Aktien werden nach Kennziffern wie Mitarbeiterzahl, Buchwert, Umsatz, CashFlow und Dividende gewichtet. Diesen zweiten Ansatz hat die Helaba dem Amerikaner Robert Arnott, dem Gründer der Vermögensverwaltung Research Affiliates, abgeschaut und auf den Dax übertragen. Bei dieser Berechnung ergeben sich einige markante Abweichungen vom Index. Wesentlich höher als im Dax sollten danach vor allem Volkswagen mit fast fünf Prozentpunkten bewertet werden. Außerdem fallen noch die Telekom, alle anderen Autowerte im Dax und mit etwasAbstand die Post und und Metro als Kandidaten für eine Höherbewertung auf. Niedriger wären dagegen vor allem SAP und Eon einzustufen, aber auch Siemens, Deutsche Bank und Deutsche Börse sowie Allianz und Bayer und BASF finden sich dort. Bei vielen anderen Aktien sind die vorgeschlagenen Abweichungen nur gering.

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