Die Investmentidee
Mit der Globalisierung gewinnen

Die einen schimpfen auf die Globalisierung. Die anderen verdienen daran: zum Beispiel Schiffsreeder, Fluggesellschaften und Eisenbahnen. Und Anleger, die in diese Bereiche investieren. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

Vor allem in Amerika sind Eisenbahnen plötzlich wieder in - nicht erst, seit Finanzguru und Milliardär Warren Buffett vor kurzem in den Sektor einstieg. Sie transportieren die Unmengen von Waren quer durchs Land, mit den China die USA überflutet. Ähnlich boomt die Schiffahrt: Die Häfen in Fernost werden ausgebaut, Schiffe werden in immer gewaltigeren Größen aufs Wasser gesetzt, um die Warenmengen zu bewältigen. Und letztlich gehört auch die Luftfahrt zu den Gewinnern der Globalisierung. Zwar hat sie zurzeit ein paar Imageprobleme wegen des Klimawandels, aber das ändert wenig an ihren guten Wachstumschancen.

Die DWS bringt gleich drei neue Zertifikate auf den Markt, mit denen der Anleger auf den Welthandel setzen kann. Sie sind alle nach einem Muster gestrickt: Das Papier bildet einen selbst konstruierten Aktienindex ab, der nach "Chancen" - also letztlich nach persönlicher Einschätzung der Manager - zusammengesetzt ist. Die Laufzeit ist nicht begrenzt, Währungsrisiken werden nicht abgesichert. Als Managementgebühr verlangt die Tochter der Deutschen Bank jährlich 1,65 Prozent. Die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs soll "unter normalen Marktbedingungen" bis zu 1,25 Prozent betragen.

Das DWS Go Global Railway TR Index Zertifikat mit der Wertpapierkennummer DWS0HQ konzentriert sich auf Eisenbahnen.Unter dem Stichwort "Global Shipping" (DWS0HR) gibt die die Seefahrt und unter "Global Aviation" (DWS0HP) die Luftfahrt zu kaufen. Ganz neu ist die Idee, auf den Welthandel zu setzen, nicht. Andere Banken haben ähnliche Zertifikate auf den Markt gebracht. ABN Amro zum Beispiel ein "Shipping-Papier" (ABN34Y), ähnlich die Commerzbank (CB4ZZX). Die Royal Bank of Scotland hat sogar ein derartiges Zertifikat mit Kapital-Garantie im Angebot (AOLMD1). In den Eisenbahnsektor ist UBS eingestiegen (UBORAL), außerdem bieten die Schweizer mehrere Bonus-Zertifikate auf den japanischen Topix-Transportation-Index an.

Wer die drei neuen DWS-Papiere vergleicht, stellt schnell fest, dass das Eisenbahn-Zertifikat einen sehr einseitigen Schwerpunkt in Nordamerika hat. Das ist wenig überraschend, denn in anderen Teilen der Welt gibt es relativ wenige börsennotierte Eisenbahngesellschaften. Aber es schafft eine gewisse Abhgängigkeit vom Dollar, der zurzeit schwach ist. Außerdem gibt es Bestrebungen in Washington, den Markt besser gegen Importe aus China abzuschirmen. Sie stellen eine Gefährdung für die Bahnen dar, auch wenn man ihre Erfolgsaussichten überschätzen sollte. Immerhin: Mit dem Bahn-Zulieferer Vossloh (WKN 766710) ist auch ein deutsches Unternehmen enthalten. In Analystencheck, der sich bei Handelsblatt.com zu vielen Aktien bei der Kursabfrage findet, bekommt Vossloh je viermal die Empfehlung "Kaufen" und "Halten" sowie einmal "Verkaufen".

Das Shipping-Papier der DWS hat seinen Schwerpunkt in Fernost und in Europa, ist also geographisch breiter gestreut als die Railway-Variante. Größter Wert ist mit mit einem Anteil von 8,25 Prozent die dänische Moeller-Marsk-Reederei - eine ganz große Nummer im weltweiten Containerverkehr. Das Luftfahrtzertifikat der DWS hat wiederum Schwerpunkte in den USA und in Europa. Mit Fraport (Frankfurter Flughafen, WKN 577330), Lufthansa (WKN 823212) und dem Zulieferer MTU Aero Engines (WKN A0D9PT) sind hier sogar drei deutsche Werte enthalten. Lufthansa bekommt im Analystencheck immerhin 17 Kaufempfehlungen, siebenmal "Neutral", keine Verkaufsempfehlung. MTU liegt mit 7/4/0 Empfehlungen für Kauf/Neutral/Verkauf auch noch gut, Fraport mit 4/6/3 eher schwach.

Fazit: Es ist für Anleger immer eine heikle Frage, ob sie auf einen Modetrend aufspringen wollen. Der Welthandel ist zudem stark konjunkturabhängig. Auf der anderen Seite handelt es sich beim steigenden internationalen Verkehrsaufkommen auch um einen Megatrend. Die neuen Zertifikate sind nicht ganz billig, aber sie bieten eine relativ breite Streuung - mit kleinen Einschränkungen bei dem Railway-Papier.

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