Differenzkontrakte
CFDs: Hebel 100 für hartgesottene Zocker

Millionen Briten spekulieren am Aktienmarkt mit Differenzkontrakten. Denn das Zocken mit Spread Bets oder Contracts for Difference bietet enorme Gewinnchancen. Das Problem: Wer Pech hat, kann sehr viel Geld verlieren. Was Anleger wissen sollten, um für den Umgang mit den Produkten gewappnet zu sein.

DÜSSELDORF. Wenn es um Wetten geht, ist Großbritannien das Maß aller Dinge. Das gilt auch für den Finanzmarkt. Während die Deutschen ihr Geld am liebsten am Geldmarkt oder in kapitalgarantierte Produkte investieren, blüht in Großbritannien das Geschäft mit Finanzwetten wie Spread Bets oder Contracts for Difference (CFDs). Millionen Briten spekulieren damit am Aktienmarkt.

In Deutschland schätzen Experten die Zahl der spekulativ orientierten Anleger auf bestenfalls 250 000. Um diese Klientel ringen Banken seit Jahren mit Optionsscheinen und Hebelprodukten. Seit einiger Zeit versuchen aber auch die Anbieter von CFDs bei den deutschen Zockern zu landen. Ihr Lockmittel: Extreme Gewinnchancen durch extreme Hebel.

Im Grunde genommen sind CFDs, oder Differenzkontrakte, wie sie übersetzt heißen, sehr einfache Produkte. Der Anleger wettet auf einer außerbörslichen Handelsplattform gegen einen Broker darauf, ob ein Basiswert - beispielsweise eine Aktie oder ein Index - steigt oder fällt. Über Gewinn und Verlust entscheidet die Differenz zwischen dem Kurs des Basiswertes bei Kauf und Verkauf des Kontrakts. Setzt der Anleger etwa bei einem Kurs von 5 000 Punkten 1 000 Euro auf einen steigenden Dax und verkauft den Kontrakt beim Dax-Stand von 5 500 Punkten, erhält er auf seinem Konto 100 Euro gutgeschrieben. Fällt der Dax hingegen auf 4 500 Punkte, sinkt sein Guthaben um 100 Euro.

Die starke Hebelwirkung kommt beim CFD daher, dass Anleger nicht die komplette Summe zahlen, die sie bewegen wollen. Stattdessen hinterlegen sie nur eine Sicherheitsleistung, die so genannte Margin. Bei vielen Indizes verlangen Broker gerade einmal ein Prozent der Anlagesumme als Margin. Anleger können so mit dem 100-Fachen ihres eigentlichen Einsatzes spekulieren. Wer 1 000 Euro auf den Dax setzen will, muss also nur zehn Euro hinterlegen.

Was verlockend klingt, bedeutet umgekehrt ein großes Risiko. Denn der Hebel wirkt nicht nur auf der Habenseite, sondern auch bei Verlusten. "Anleger dürfen den Hebel auf keinen Fall unterschätzen", sagt Michael Lippa, Deutschlandchef von IG Markets. "Wenn man den Hebel zu hoch wählt und der Markt in die falsche Richtung geht, kann es schnell teuer werden. Einsteiger sollten erst mal konservativer rangehen und einen maximalen Hebel von drei oder vier wählen."

Seite 1:

CFDs: Hebel 100 für hartgesottene Zocker

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%