Emittenten und Finanzkrise
Die Frage der Bonität drängt

Börsenhektik, Bankenpleiten, Produktenttäuschungen: Der Zertifikatemarkt steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Welche Risiken Privatanlegern drohen – und wie sie sich vermeiden lassen.
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Alles sah so gut aus. Es sollte ein Rekordjahr für die Branche werden. Wäre es so weitergegangen wie bisher, hätten die Deutschen am Jahresende 160 Milliarden Euro in Zertifikaten und anderen so genannten strukturierten Wertpapieren angelegt, verteilt auf weit mehr als 200 000 verschiedene Produkte. Im ersten Halbjahr kletterte das Anlagevolumen um 18 Prozent auf 136 Milliarden Euro.

Für Banken und Börsen ein Megageschäft, das mit immer neuen Papieren und Handelsplätzen angefeuert wird. So soll die neue Zertifikate-Plattform Scoach, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse und der Schweizer SWX, den Kauf und Verkauf dieser Papiere auf die für den Aktienhandel gängige Computerplattform Xetra heben. Internationale Investoren und private Anleger werden damit noch schneller noch mehr Zertifikate kaufen und verkaufen können.

Scoach will, als Konkurrenz zu den Stuttgarter Zertifikate-Matadoren von der Euwax, die führende Derivate-Börse Europas werden. In den Depots privater Anleger, so eine gerade veröffentlichte Studie der DAB Bank, machen Zertifikate schon einen Anteil von 10,5 Prozent aus. Eine beeindruckende Wachstumsstory – doch jetzt, im Zuge der weltweiten Finanzkrise, werden die Karten neu gemischt.

Schon im Frühjahr kam es bei den hektischen Kursverlusten, ausgelöst von einem Aktiensturz in China, zur Probe für den Ernstfall. Auch in der jüngsten Krise gab es im Handel mit manchen Zertifikaten böse Verzögerungen, allerdings nur vorübergehend. Dass Emittenten, Online-Banker und Börsen in den vergangenen Monaten ihre Technik ausbauten, zahlt sich zwar aus. Doch die Krise geht tiefer.

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